Weihnachten wird gern auch das Fest der Familie genannt. Wo dieses Fest dann stattfindet, das variiert in den Möglichkeiten von Zuhause, bei den Eltern oder Schwiegereltern bis zum Urlaubsort. Oder auch in Seniorenheim.

Klötze l Stille kehrte ein, als die Jagdhornbläser aus Klötze am Heiligabend ihre Instrumente hoben und als erste Melodie "Alle Jahre wieder" spielten. Ganz ohne Textvorlage bewegten die Gäste des Familienbrunches im Klötzer Seniorenwohnpark ihre Lippen, um mitzusingen. Zum ersten Mal trat das Ensemble aus diesem Anlass hier auf, wofür sich die Leiterin der Einrichtung, Vera Ossada-Pannier, herzlich bedankte. Ein reichhaltig und lecker gefülltes Büfett lud die Bewohner und ihre Angehörigen im Saal zum Genießen ein.

Nicht zum ersten Mal feierten Christine und Reiner Krebs mit ihrer Mutter beziehungsweise Schwiegermutter Ilse Mittag den Heiligabend gemeinsam mit den Bewohnern des Hauses. "Meine Mutter wohnt seit August vergangenen Jahres hier. Zuvor haben wie sie zu Hause gepflegt", erzählte Christine Krebs. Doch die fortschreitende Demenz auf der einen Seite und die volle Berufstätigkeit der Kinder andererseits machten dies nicht mehr möglich. "Dieser Schritt ist mir nicht leichtgefallen. Aber eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung war für uns nicht leistbar", erklärte sie und schaute zu ihrer Mutter, die sich in dem Trubel um sie herum augenscheinlich wohl fühlt. Auch wenn sie ihre Angehörigen auf den Stühlen rechts und links neben sich meistens nicht erkennt. Lächelnd schaut sich die alte Dame um. "Wir kommen mindestens zweimal wöchentlich her, um sie zu besuchen", erzählte Christine Krebs. Mit der Mutter zu Hause Weihnachten zu feiern, war nicht möglich. "Da kennt sie sich dann nicht aus und will ,nach Hause\'", erzählte Reiner Krebs.

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