Diesdorf/Neuekrug (aw) l Bei Neuekrug könnte schon bald eine Hähnchenmastanlage entstehen. Fritz Kloß, Bürgermeister der Gemeinde Diesdorf, informierte während einer Sitzung des Diesdorfer Bauausschusses am Mittwochabend über eine entsprechende Anfrage eines Investors aus dem Osnabrücker Land.

Nach den vorgestellten Plänen könnte die unweit des Dorfes geplante Anlage insgesamt 4 Ställe für 200000 Tiere umfassen. Bei einer Mastzeit von etwa 31 Tagen wären damit durchschnittlich acht Mastdurchgänge im Jahr möglich.

Neben den Ställen seien acht Futtersilos, neun Sammelgruben für Abwässer und ein Sozialtrakt geplant, außerdem gehöre die verkehrstechnische Erschließung des Geländes zum Investitionsvorhaben, so Kloß. Das Grundstück, auf dem die Anlage entstehen soll, sei bereits Eigentum des Investors.

Daniel Rieck, Vorsitzender des Bauausschusses, sagte, der Investor wolle für die Anlage vor Ort eine neue Firma gründen und hier seine Gewerbesteuern bezahlen. Darüber hinaus sei dem Unternehmen das Einvernehmen von Bürgern und Verwaltung wichtig. "Die wollen nicht gegen den Willen der Gemeinde investieren." Dies sei in Gesprächen mit dem Landwirtschaftsunternehmen deutlich geworden, sagte Rieck.

Der Investor selbst bestätigte gestern auf Nachfrage, dass er den Hähnchenmastbetrieb bei Neuekrug errichten möchte. Über die Größe der Anlage könne er jetzt zwar noch nichts Genaues sagen. Die Zahl von 200000 Tieren sei überschlagen aber korrekt. "Es kann allerdings auch sein, dass die Anlage kleiner wird", fügte der Landwirt hinzu.

Darüber hinaus machte er deutlich, nicht gegen den Willen der Gemeinde handeln zu wollen. "Wir wollen miteinander arbeiten. Wenn wir auf massiven Widerstand treffen, machen wir es nicht", sagte der Unternehmer. Er bestätigte außerdem, dass er plane, im Zuge der Errichtung des Mastbetriebes eine neue Firma zu gründen, die ihre Gewerbesteuern vor Ort bezahlen werde. Als Standort für die Mastanlage habe sich die Firma zudem für eine Lage entschieden, die für die Einwohner von Neuekrug die geringstmögliche Belastung an Geruchsemissionen bedeuten würde.

Wann und in welcher Dimension nun gebaut werde, sei noch ungewiss, so der Investor weiter. Die Ermittlung der Erschließungskosten für den geplanten Betrieb sei noch nicht abgeschlossen. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Anlage sich nicht rechnen sollte, würden keine Hähnchen gemästet.

Der Diesdorfer Bauausschuss einigte sich am Mittwoch darauf, das Angebot des Unternehmers zu nutzen, Bürger und Gemeinde über sein Vorhaben zu informieren. Anschließend werde sich der Gemeinderat positionieren, sagte Fritz Kloß. Das letzte Wort bei der Genehmigung der Anlage hätte dann das Landesverwaltungsamt.