Der Grenzdenkmalverein und die Gemeinde Hötensleben präsentieren von Sonnabend an eine Gastausstellung im Dorfgemeinschaftshaus. Sie hat die Spionage der Stasi in den volkseigenen DDR-Betrieben zum Thema.

Hötensleben l 2013 ist erneut ein Jubiläumsjahr für den Grenzdenkmalverein Hötensleben. Diesmal betrifft es ihn selbst, "denn wir werden 20", sagt der stellvertretende Vorsitzende René Müller und kündigt an: "Deshalb wird es von unserer Seite aus in diesem Jahr mehrere Aktionen dieser Art geben." Begonnen wird am Sonnabend, 20. April, mit einer Leihausstellung der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR (BStU), Außenstelle Magdeburg. Diese wird bis mindestens 12. Mai im ehemaligen Hötensleber Rathaus zu sehen sein.

Die "Firma" im Betrieb - so lautet der Titel der Ausstellung. Sie beleuchtet die Überwachung der DDR-Volkswirtschaft durch die Stasi auf innerbetrieblicher Ebene, um insbesondere "Linientreue und politische Zuverlässigkeit des Leitungspersonals und der Beschäftigten zu gewährleisten". Nach heutigen Erkenntnissen war die verantwortliche Abteilung im Bezirk Magdeburg mit 60 hauptamtlichen Mitarbeitern ausgestattet, die wiederum rund 1000 "Inoffizielle" in den Betrieben verpflichteten. Welche Methoden zur Spionage herangezogen wurden, darüber will die Ausstellung ein umfassendes Bild liefern. Dazu werden auf 22 Schautafeln sowohl allgemeine Fakten aus den Aufgaben des Stasi-Apparats herangezogen als auch konkrete Überwachungsbeispiele aus der Region.

René Müller zum Ablauf: "Geöffnet ist jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Eine Ausnahme bildet Himmelfahrt am 9. Mai, dafür wird die Ausstellung aber am Mittwoch, 1. Mai geöffnet sein. Der Eintritt ist frei. Und am 4. Mai wird ab 16 Uhr ein Vortrag zur Ausstellung stattfinden."