Eine umfangreiche Trophäenschau hat die Jahresversammlung der Wanzleber Jägerschaft in Schwaneberg bereichert. Doch neben dem Abschuss haben die Jäger noch vielfältige andere Aufgaben.

Schwaneberg l Acht Rehwildtrophäen - so viele wie noch nie zuvor - konnte die Trophäenbewertungskommission der Kreisjägerschaft Wanzleben in diesem Jahr mit Medaillen bedenken. "Drei bekamen eine Silbermedaille, fünf eine Bronzemedaille", erklärte der Vorsitzende dieser Kommission, Rüdiger Duhme. Das, aber vor allem auch die umfangreiche Sammlung der Trophäen des vergangenen Jagdjahres (1.April 2012 bis 31. März 2013), sei ein Anzeichen für einen gesunden Bestand im Revier. "Zu sehen ist daran, dass wir keine Fehler machen und auch die Bedingungen insgesamt passen", so Duhme.

Insgesamt haben die Mitglieder der Kreisjägerschaft diesmal 166 Rehbocktrophäen, 14 Trophäen vom Damwild und drei von Wildscheinkeilern zur Bewertung in den Schwaneberger Gemeindesaal gebracht. "Eine sehr repräsentative Auswahl", wie Rüdiger Duhme findet. Für Nichtkenner weist er auch darauf hin, dass die weiblichen Tiere, die keine Trophäenträger sind, ebenso bei der Entwicklung des Tierbestandes eine wichtige Rolle spielen.

Zu denken gibt ihm die Abschusszahl beim Schwarzwild. Insgesamt wurden im vergangenen Jagdjahr im Territorium der Kreisjägerschaft 179 Wildschweine erlegt. "Das werden immer mehr", fasst Rüdiger Duhme zusammen. Vor etwa 20 Jahren seien etwa 90 Wildschweine im Jahr erlegt worden, vor zehn Jahren seien es 130 gewesen. Der verstärkte Anbau von Mais und Raps würde die Population anwachsen lassen. Der stetigen Vermehrung könnte nach Duhmes Aussage nur entgegengewirkt werden, wenn Landwirte und Jäger vernünftig zusammen wirtschaften.

Die Jagd und die Wildtiererfassung seien das Eine, doch die Aufgaben der Jäger sind weitaus vielfältiger, wie aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden Arnold Haßkerl hervorgeht. So beteiligen sich die Jäger beispielsweise an Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern, befreien Hecken und Wege von Unrat, legen Wildäcker oder Blühstreifen an und setzen Fasane aus. Zwischen Domersleben, Klein Rodensleben und Groß Rodensleben haben die Jäger zweimal im Jahr in einer sogenannten Scheinwerferzählung die Hasen gezählt. Die Wildwarnreflektoren, die an einigen ausgewählten Straßen angebracht worden sind, haben bereits erste Wirkungen gezeigt.