Weit über das Gewerbegebiet Osterweddingen hinaus ist das f|glass-Werk zu sehen. Doch noch immer haben es Zulieferer und Ortsfremde schwer, die richtige Zufahrt zu finden. Einen Arbeitsbesuch von Verkehrsminister Thomas Webel nutzte die Firmenleitung, um auf das Problem hinzuweisen.

Osterweddingen l Seit einigen Monaten gibt es für Ortsfremde etwas "Linderung" auf der Suche nach der richtigen Zufahrt zum f|glass-Werk. An verschiedenen Stellen und Zufahrten im Gewerbegebiet wurden Hinweisschilder aufgestellt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Kay Barthel, der den Minister während des Arbeitsbesuches auch begleitete, hatte das Unternehmen dabei in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sülzetal unterstützt. Die f|glass-Geschäftsführer Dr. Thomas Belgardt und Dominik Waldeyer berichteten den Gästen, vertreten war auch Danny Schonscheck von der Wirtschaftsförderung des Landkreises, dass sich die Situation für Zulieferer und Besucher gebessert habe, dennoch sei es nun mal eine Tatsache, dass die Zufahrtsstraße zum f|glass-Werk in keinem Navigationssystem zu finden sei. Das Unternehmen fragte während des Ministerbesuches gezielt nach der Möglichkeit, eine direkte Auf- und Abfahrt zur B 81, die nur wenige Kilometer direkt am Werk vorbeizieht, zu schaffen. Auch wenn f|glass in diesem Bereich des Osterweddinger Industrie- und Gewerbgebietes die einzige Ansiedlung ist, so würde sich die Aufweitung der B 81 durchaus lohnen. "Wir produzieren 700 Tonnen Glas pro Tag. Jede Woche inklusive Sonnabend kommen rund 200 Lkw in das Werk, um Rohstoffe anzuliefern. Wir haben 250 Mitarbeiter. Wenn wir davon ausgehen, dass es einige Fahrgemeinschaft gibt, so rollen 200 Pkw ins Unternehmen und nach Feierabend wieder zurück", informierte Belgardt. Im vergangenen Jahr verließen 187 Lkw pro Woche das Glaswerk. Sie transportierten Fertigware, Abfälle und auch Hilfsstoffe. "Alles in allem haben wir pro Woche 2241 Fahrten registriert. Bei fünf Kilometern ¿Umweg\' über die Zufahrtsstraße kommen einige zusätzlichen Kilometer zusammen. Bei einem direkten Anschluss an die B 81 und damit einer wesentlich kürzeren Strecke gäbe es doch eine erträgliche Ersparnis. Wir haben gerechnet: Es wären 11205 Kilometer", so der Geschäftsführer.

Die Aufweitung der B 81, die schon einmal im Gespräch war, würde, und darin waren sich alle Beteiligten einig, letztendlich das gesamte Gewerbegebiet und die anderen Zufahrten entlasten. Vor allem die Kreisstraße aus Magdeburg kommend mit der Brücke über die Autobahn sei stark befahren, und hier müsse immer wieder repariert werden.

"Aber es muss klar gesagt werden: Wir müssen hier im Falle einer Bundesstraße nach dem Veranlassungsprinzip handeln. Das heißt, das Werk müsste die Anbindung an die B 81 selbst schaffen", machte Thomas Webel deutlich.

Andererseits, auch das wurde in der Diskussion betont, geistert seit Monaten das Vorhaben "Humboldt" durch die Lande. Dahinter soll sich eine Großansiedlung verbergen. Die archäologischen Untersuchungen auf dem Areal in unmittelbarer Nachbarschaft des f|glass-Werkes sind bereits gelaufen. "Sollte die Ansiedlung kommen, würde es erst recht Sinn machen, die zusätzliche Anbindung an die B 81 zu schaffen und könnte mit der Erschließung verbunden werden", erklärte Webel weiter. Er sehe rein rechtlich keine Probleme für die Aufweitung der B 81. Das Ministerium würde das Vorhaben fachlich begleiten. Schließlich müsse entschieden werden, ob es eine Minimal-Variante oder eine große Variante mit Brücke werden soll. Auch sprach der Minister von einem "überschaubaren" Realisierungszeitraum. Mit Hilfe des Bauamtes der Gemeinde Sülzetal solle geklärt werden, in wie weit bereits Planungsunterlagen vorhanden seien.

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