Die Kreise Stendal und Salzwedel haben seit kurzem Anlaufstellen für Energiefragen. Es sollen Effizienz und Einsparungen gefördert werden.

Stendal/Salzwedel l Schon heute kann sich die Altmark statistisch gesehen zur Hälfte aus regenerativen Energiequellen versorgen. Das heißt, die Wärme und Stromversorgung (ca. 2,6 Millionen Megawattstunden pro Jahr) sind theoretisch zu 48,2 Prozent aus regionalen Quellen gesichert. "Leider kann aber nicht die volle produzierte Energie genutzt werden", sagt Heiko Böker, der Leiter der Energieagentur im Landkreis Stendal.

Iden und Tangeln sind noch Ausnahmen

Insbesondere die Wärme bei Biogasanlagen verpufft nutzlos, da die Anlagen derzeit noch vorrangig zur Stromerzeugung eingesetzt und nur zum Teil mit Fernwärmeleitungen ausgestatet werden, sagt Böker. Als Gegenbeispiele nennt er die beiden Bioenergiedörfer Iden (Kreis Stendal) und Tangeln (Kreis Salzwedel), in denen die Einwohner über eine Biogasanlage komplett mit Wärme versorgt werden. Die beiden Orte gehören zu insgesamt 136 Bioenergiedörfern bundesweit und sind die einzigen in Sachsen-Anhalt. "Die Kosten fürs Heizen hat sich für den einzelnen dort halbiert", beschreibt Thomas Barniske, der Geschäftsführer der BIC Altmark GmbH. Es gäbe dort eine hohe Akzeptanz für regenerative Energie. Um weitere innovative Ideen zu entwickeln, das Wissen zu bündeln und Akteure zu vernetzen, wurde Ende 2012 im Landkreis Stendal eine Energieagentur gegründet. Im Altmarkkreis Salzwedel gibt es zum selben Zweck unter dem Dach des Regionalvereins Altmark das Projektbüro Bioenergie. Beide Institutionen kooperieren seit kurzem miteinander.

Zu den innovativen Ideen gehört es auch, Speichermöglichkeiten besonders für Wärmeenergie zu finden. "Wir können keine Wunder vollbringen", sagt Betriebsleiter Erhard Prehm vom kreiseigenen Betrieb IGZ Altmarkkreis Salzwedel. Mit der Energieagentur und dem Projektbüro Bioenergie könnten aber insbesondere die politischen Gremien der Region mit Zahlen- und Faktenmaterial versorgt werden, um in der Energiepolitik die Stellschrauben bedienen zu können.

Windmühlen gehören oft externen Geldgebern

Neben innovativen Projekt sollen künftig insbesondere Kommunen informiert werden, wie sie Energie sparen können. "Es ist eine Reduzierung des Energieverbrauchs von 50 Prozent notwendig, um komplett auf regenerative Energie umstellen zu können", sagt Böker. Beim Strom sei wenig Potenzial, dafür umso mehr bei der Wärmeenergie und beim Treibstoff.

Aus Sicht von Böker sei es darüber hinaus sinnvoll, mehr lokale Investoren für Projekte zu finden. Beispielsweise gehören die bisher rund 400 Windkraftanlagen in der Altmark vorwiegend externen Geldgebern. "Wir brauchen regionale Wirtschaftskreisläufe, damit das Geld hier bleibt", sagt Böker.