Dass Lernen nicht mühsam sein muss, haben gestern die Sekundarschüler aus Ausleben feststellen können. Gedächtnistrainer Gregor Staub erklärte ihnen, wie sie sich Dinge mit einfachen Tricks einprägen können.

Ausleben l Wie heißen die zehn bisherigen Präsidenten der USA? Was ist das spanische Wort für Schal? Wie heißen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union? Auf diese und weitere Fragen, haben die Mädchen und Jungen der Sekundarschule "Thomas Müntzer" während des Gedächtnistrainings von Gregor Staub eine Antwort erhalten.

Der Schweizer zeigte den Schülern auch gleich, wie sie sich die Fakten anhand abstrakter Bilder und Geschichten schnell einprägen können. "Das wichtigste beim Lernen ist die Motivation", so der Gedächtnistrainer. Zum Anfang der Trainingsstunde beteiligten sich die Schüler nur mäßig an den Übungen. Doch nach den ersten Lernerfolgen wurde der Ehrgeiz, die neuen Fakten zu erlernen, größer. Zum Auftakt der Veranstaltung erzählte Staub den Schülern eine kurze Geschichte mit einer Reihe abstrakter Handlungen. Diese studierte er gemeinsam mit seinem jungen Publikum ein. Dabei mussten sich die Schüler den Ablauf der Geschichte ein Mal gegenseitig erzählen, ein anderes Mal antworteten sie dem Gedächtsnistrainer auf Fragen zu Lücken in der Geschichte. "Wir können uns Dinge schneller merken, wenn wir sie aussprechen", erklärt Gregor Staub. Nachdem sich die Schüler die Geschichte eingeprägt hatten, erklärte der Schweizer: "Ihr habt euch gerade die kompletten Mitgliedsstaaten der EU eingeprägt", und dröselte im Anschluss auf, welches Land sich von welchem Wort ableiten lässt. Doch das war noch nicht alles. Mit dem Versprechen, seinem Publikum die Namen der zehn bisherigen Präsidenten der USA einzuprägen, motivierte Staub die Schüler für die nächste Übung. Dazu ordnete er Gegenständen im Raum eine Ziffer zu. "Die eins steht für die Tafel, die zwei für den Stift, ...", zählte er auf. Daraufhin leitete er von den Gegenstände die Namen der Präsidenten ab.

"Die Tafel besteht aus Eisen, also Eisenhower. Wenn ein Bayer so einen Stift noch nie gesehen hätte, könnte er fragen; ¿Kenn\' i di?\', das steht für Kennedy", leitet er ab. Nach wenigen Minuten zählen die Schüler gemeinsam mit dem Schweizer die Präsidenten auf. "Wenn sie erst einen Lernerfolg erlebt haben, geht es viel besser", sagt Staub und ergänzt: "Aber die Schüler brauchen auch die Motivation von Lehrern und Eltern." Den Lehrern der Thomas-Müntzer-Sekundarschule gab Staub am Nachmittag einen Vortrag und hielt am Abend noch einen öffentlichen Vortrag in der Kirche.

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