Zimmerleute legen an der alten Osterweddinger Mühle Hand an und erledigen eine Notreparatur. Diese soll verhindern, dass das Bauwerk aus dem Jahr 1786 eines Tages zur Seite kippt. Die Gemeinde als offizieller Besitzer der Osterweddinger Mühle war beauflagt worden, die dringend notwendige Sicherung vorzunehmen.

Osterweddingen l Die Osterweddinger Bockwindmühle ist die letzte ihrer Art im Sülzetal. Allerdings wird hier schon seit 1956 kein Korn mehr zu Schrot und Mehl gemahlen, ruht die Mühle und - so deutlich muss es gesagt werden - verfällt.

Die Gemeinde ist Eigentümer des denkmalgeschützten Bauwerkes und hat als solcher die Auflage erhalten, für die Standsicherheit der Mühle zu sorgen. Damit wurde in diesen Tagen die Langenweddinger Fachfirma von Heinz Wallstab beauftrat. Damit die Zimmerleute überhaupt an die Mühle samt notwendiger Fahrzeuge heranfahren konnten, hatten Bauhof-Mitarbeiter zuvor das Areal von wuchernden Büschen befreit.

"Es ist tatsächlich nur eine Notreparatur im Rahmen der Gefahrenabwehr, nicht mehr und nicht weniger", betont der Bauamtsleiter der Gemeinde Sülzetal, Fred Fedder. Die Kommune hat dafür die Kosten von rund 3500 Euro übernommen.

Dringend müsse auch das Loch im Dach geschlossen werden, doch zuvor habe für die Standsicherheit der Mühle gesorgt werden müssen. An allen vier Ecken waren die "Füße" weggefault. Auf Betonplatten "ruhen" nun dicke Balken, wurden die "Füße" angeschuht. Größtes Problem hinsichtlich der Standsicherheit war jedoch der Stert. Er war gebrochen und gerissen. "Der Stert ist nun bandagiert, trägt sozusagen ein Korsett. Bis eine richtige Sanierung erfolgen kann, sichert dieses Korsett den Stert. Und damit kann die Mühle nicht umkippen. Diese Gefahr bestand bislang im erheblichen Maße", erklärt Heinz Wallstab.

Nach dieser Notreparatur mit dem Ergebnis, dass die Standsicherheit gegeben ist, stünde der Reparatur des Daches - diese Arbeiten wollte der Mühlenverein übernehmen - nichts mehr Wege. Damit nicht noch mehr Schäden entstehen, sollte die Notabdichtung des Daches möglichst schnell über die Bühne gehen. Schon vor Monaten waren sich Experten einig, dass es für die Osterweddinger Mühle fünf vor Zwölf stehe. Im Februar fand in der Gemeindeverwaltung eine Zusammenkunft statt. Hier wurde diskutiert, wie es mit der Mühle weitergehen soll und muss.

Fazit der gemeinsamen Beratung von Gemeindeverwaltung, Unterer Denkmalschutzbehörde des Landkreises und des Mühlenvereins, in Person von Wolfgang Kettner, war zudem, dass ein Maßnahmenkatalog sowie ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept für die Mühle erarbeitet werden müsste. Steht dieses Konzept, könnten für die weitere Sanierung Fördermittel, möglicherweise über das Aktionsprogramm Leader, beantragt werden.

Zur Rettung der Osterweddinger Mühle war am 7. Oktober 2011 ein Mühlenverein gegründet worden. Allerdings ist dieser Verein noch nicht im Vereinsregister eingetragen. Um aber Fördermittel beantragen zu können, wäre der Eintrag ins Vereinsregister ein wichtiger Meilenstein. Wie Wolfgang Kettner versichert, will er diese Angelegenheit so schnell wie möglich erledigen. Auch das Abdichten des Daches sei eine Aufgabe, die in den nächsten Wochen erledigt werden solle. Der Osterweddinger Mühlenverein hat derzeit neun Mitglieder. Darunter sind auch die Nachfahren der einstigen Besitzer, Fritz Lüddemann und seine Schwester Dorothea, deren Eltern und Großeltern die Mühle einst betrieben haben.

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