Die Hilfe für Betroffene nach schweren Unglücken ist eine Hauptaufgabe des Sanitätsdienstes des DRK Wanzleben. Das braucht aber auch immer wieder "Nachwuchs", der sich ehrenamtlich engagieren möchte und so einen Teil der Geschichte des Sanitätsdienstes mitschreibt.

Wanzleben l Der Sanitätsdienst des DRK-Kreisverbandes Wanzleben hat Zuwachs bekommen. 13 Frauen und Männer haben den Sommer dazu genutzt, um sich an drei Wochenenden zum Sanitäter ausbilden zu lassen. Sie lernten unter anderem, wie sie bei verschiedenen Verletzungen und Erkrankungen handeln müssen und dabei die medizinisch-technische Ausstattung, die ihnen im Sanitätsdienst zur Verfügung steht, einzusetzen haben. "Und am Schluss haben sie alle erfolgreich die theoretische und praktische Prüfung bestanden", erklärt Stephan Dill als Abteilungsleiter Nationale Hilfsgesellschaft beim DRK-Kreisverband Wanzleben, der jetzt in seinem Sanitätsdienst insgesamt 72 Helfer zählt.

Die Grundlagen haben die "Neulinge" sich damit erarbeitet, doch stetiges Training ist unerlässlich, um den Wissensstand zu erweitern und für den Ernstfall gerüstet zu sein. Dafür nutzen die Helfer des Sanitätsdienstes ihre einmal monatlich stattfindenden Dienstabende. Der nächste Termin ist der 18. September.

Wie schnell plötzlich ein Ernstfall eintreten kann, bei dem das erworbene Wissen angewendet werden muss, hat auch das Hochwasser der Elbe und ihrer Nebenflüsse im Juni dieses Jahres gezeigt. Die Helfer unterstützten die Evakuierung von Bewohner und Patienten eines Pflegeheims und der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg und waren auch im Magdeburger Stadtteil Rothensee und im Ortsteil "Birkenwäldchen" bei Glindenberg unterwegs, um hier zu helfen. Die Mithilfe bei der Betreuung von Notunterkünften in Wolmirstedt war ein weiteres Aufgabengebiet in der Großschadenslage. Auch beim Rücktransport der Patienten in die Pfeifferschen Stiftungen waren die Helfer des Wanzleber Sanitätsdienstes im Einsatz.

Doch Stephan Dill weist darauf hin, dass in der Geschichte des Wanzleber Sanitätsdienstes schon mehrere schwere Unglücke mit zahlreichen Betroffenen (siehe Infokasten) den Einsatz der Mitglieder forderten. Die Geschichte geht mittlerweile über 100 Jahre zurück und begann, so haben Chronisten herausgefunden, am 1. Februar 1905 mit einem Schreiben des Landrates des Kreises Wanzleben an den damaligen Bürgermeister Rössing. Er stellte fest, dass in der Kreisstadt Wanzleben keine Sanitätskolonne oder ähnliche Einrichtungen bestehen. Rössing handelte sofort und im Ergebnis aus Besprechungen mit Wanzleber Bürgern wurde am 16. April 1905 eine Sanitätskolonne gegründet. 16 Personen waren damals bei der Gründungsversammlung anwesend. 1906 wurden die Sanitätskolonneninspektionen aufgelöst, die Sanitätskolonne wurde dem Zweigverein Rotes Kreuz Wanzleben unterstellt. Die Entwicklung war mit zahlreichen Höhen und Tiefen verbunden, aber das Ziel der Sanitäter ist bis heute immer das gleiche geblieben: Die Hilfe für Menschen in Not bei Großschadenslagen.

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