Blankes Entsetzen gestern bei der Oschersleber Tafel: Zum wiederholten Male ist in das Gebäude der Hilfseinrichtung an der Schermcker Straße eingebrochen und randaliert worden.

Oschersleben l "Mir sitzt der Schrecken noch in den Gliedern", sagt Tafel-Leiterin Doreen Fricke. Als sie am Donnerstagmorgen als erste die alte Baracke in der Nähe des Bahnübergangs betreten will, kann sie zunächst ihren Augen nicht trauen. "Die Scheibe unserer Eingangstür war eingeschlagen. Als ich den Flur betrat, bot sich mir ein Bild des Grauens", sagt die junge Frau fassungslos.

Fast alle Zimmertüren sind offenbar eingetreten worden und hingen teilweise schief in ihren Rahmen. Dazu kommen defekte Türschlösser und kaputte Türrahmen. "Hier wurde richtig gewütet", sagt die Frau mit Herz für Bedürftige. Das sei bereits das vierte Mal gewesen in diesem Jahr. "Warum nur werden immer die Armen Opfer von Einbrüchen?", fragt Doreen Fricke.

Andrea Kaiser, Leiterin des DRK-Familienzentrums in Oschersleben, schildert weiter: "Alle Schränke wurde gewaltsam geöffnet, alles, was darin war wurde wie Unrat einfach auf den Boden geschmissen." Dabei seien wohl nur wenige Dinge entwendet worden, wie jene Gewürze, die die Mitarbeiter zum Kochen für das Mittagessen für Bedürftige benötigen.

Außerdem sei der einzige Computer im Hause nicht einfach im Ganzen mitgenommen worden. "Offenbar hatten die Einbrecher genügend Zeit, die für sich besten Teile mit einer Seelenruhe auszubauen", spekuliert Andrea Kaiser.

Die Tafel und der Offene Treff, beides Einrichtungen des Kreisverbandes des DRK und hier in der Baracke unter einem Dach untergebracht, sind den Worten Kaisers zufolge derzeit nicht arbeitsfähig. "Die Verantwortlichen haben beschlossen, beide Einrichtungen für eine Woche zu schließen", sagt die DRK-Mitarbeiterin und ergänzt: "So lange werden unsere Kollegen wohl benötigen, um alles wenigstens halbwegs wieder herzurichten." Besonders hart betroffen davon seien natürlich jene 40 bis 50 Hilfsbedürftige, die sich hier täglich morgens ihren Kaffee abholten oder wenige Stunden später hier ihr Mittagessen bekommen. "Das reguläre Tafelleben findet hier erst einmal eine Woche nicht statt, weil nicht gekocht werden kann", sagt Kaiser. Doch Märkte würden weiterhin angefahren und um Lebensmittelspenden gebeten. "Damit packen wir Essensbeutel, die sich die Bedürftigen dann hier bei uns abholen können."