Badeleben l Der Windpark Badeleben wird derzeit schwer aufgemotzt - nicht quantitativ, sondern in der Qualität der Anlage. Mehrere ältere Windfänger werden ersetzt. Die logistische Herausforderung für die Stationierung der Windräder auf freiem Feld schlägt sich auch auf die umliegenden Orte nieder.

"Repowering" lautet das Schlagwort für das Bauprojekt des Betreiberunternehmens WindStrom aus Edemissen (Landkreis Peine). Das heißt, der Windpark südöstlich von Badeleben wird mit neuen, deutlich leistungsstärkeren Windrädern bestückt. Sieben an der Zahl, die bis Weihnachten komplett in Betrieb sein sollen. Die Maschinen der Megawattklassen 2,3 MW (fünf) und 3,0 MW (zwei) liefert Hersteller Enercon.

Es handelt sich nicht um eine räumliche Erweiterung, erklärt die WindStrom GmbH: "Da die Errichtung der neuen Windenergieanlagen ent- sprechend dem Bebauungsplan nur auf den bisherigen Standorten zulässig ist, war der Abbau der alten Windmühlen die Grundvoraussetzung." Seit April erfolgte sukzessive die Demontage. Zwei Maschinen wurden komplett nach Polen, eine nach Italien verfrachtet, wo sie weiterhin ihre alternative Stromproduktion verrichten. Die anderen vier Türme sind verwertet worden - als Ersatzteile sowie in geschredderter Form als Rohstoff für die Stahlproduktion. "Auch das Abbruchmaterial der Fundamente wurde recycelt und direkt für den Bau der Wege und Kranstellflächen eingesetzt", heißt es vom Unternehmen.

500 Schwertransporte nötig

Nachdem über den Sommer die Betontürme errichtet wurden, läuft nun die Phase der eisernen Anlagenmontage. All das bedeutet auch logistische Pfundsarbeit. Für das Gesamtprojekt sind nach Angaben von WindStrom etwa 500 Schwertransporte erforderlich. Die bisher eingesetzen Sattelzüge waren bis zu 45 Meter lang. Mit der nun, ab Mitte September, einsetzenden Anlieferung der Rotorblätter werden es noch einmal zehn Meter mehr. Gefahren wird zumeist nachts - bei den ganz langen Lastzügen auf jeden Fall, um die Verkehrsbehinderung so gering wie möglich zu halten.

In Eilsleben mussten zu diesem Zweck vorübergehend Halteverbote eingerichtet, Verkehrsinseln rückgebaut, Kreuzungs- und Kurvenbereiche mit Metallplatten ausgespart werden, um die sperrigen, bis zu fünf Meter breiten Ladungen ungehindert zu manövrieren. "Möglich war dies nur durch die freundliche Unterstützung der Gemeinde sowie betrieblicher und privater Anlieger", betont die Geschäftsführung in Edemissen. Für den Transport der Rotorblätter müssten diese Maßnahmen nun auch auf Hakenstedt erweitert werden, hieß es. Sämtliche verkehrsbeeinflussenden Aktionen fänden dabei erst kurz bevor sie nötig seien statt. Im November seien die Transporte abgeschlossen, dann erfolge auch die Wiederherstellung der Straßen- und Seitenbereiche.