Jahr um Jahr entwickelt sich die Miniaturwelt der Wormsdorfer Modellbahnfreunde weiter. Wie es aktuell um das Schienennetz im H0-Format bestellt ist, erläutern die Vereinsmitglieder ihren Gästen gern beim neuerlichen Tag der offenen Tür am morgigen Donnerstag.

Wormsdorf l Ein Großteil der investierten Mühen ist erst aus hockender Perspektive zu erkennen, wenn man den Blick unter die geschraubten Spanplatten der zurzeit etwa 14 Quadratmeter großen Modelllandschaft richtet. Zig Längen Kabel, etliche Verdrahtungen und die zwei, drei Dutzend Schaltstellen für die Weichen sind unter der Platte verborgen.

"Wir haben uns den letzten Winter über quasi nur unten drunter geleget und die ganze Elektrik gelötet", sagt Ingolf Göllner, Vorsitzender des Modellbahnvereins, der sich 2009 in Wormsdorf gegründet und vor zwei Jahren den Klubraum am Dorfplatz bezogen hat. Hierhin haben die zehn Mitglieder interessierte Besucher für den morgigen Feiertag auch eingeladen. Die Devise für den Tag der offenen Tür ab 10 Uhr lautet: "Kleine Eisenbahn ganz groß". Das nun schon zum dritten Mal, wie Göllner erklärt: "Bisher waren diese Tage sehr gut besucht, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, das zur Tradition am 3. Oktober werden zu lassen."

Obwohl sich die Anlage "sozusagen noch im Rohbau" befindet, lässt sich schon erkennen, wohin die weitere Reise der Modellwelt führt. So sind bereits erste Betriebe und Wohnanlagen rund ums gut hundert Meter messende Streckennetz angesiedelt. Absoluter Blickfang ist das detailreiche Bahnbetriebswerk mit großem Ringlokschuppen und funktionierender Drehscheibe. Ziel ist es laut Göllner, ein Aussehen wie vor 25 Jahren entlang der Gleislandschaft zu schaffen - ohne konkretes Vorbild, aber durchaus mit lokalen Bezügen zu Bahnstandorten wie etwa Eilsleben. Im H0-Maßstab 1:87 drehen die Züge ihre Runden. Die Lok-Parade morgen wird eine Zusammenstellung typischer Zugmaschinen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn aufbieten, wie sie auch auf den umliegenden Strecken unterwegs waren, darunter der Interzonenzug oder die allseits bekannte Ferkeltaxe.

"Auf dem Hof unten werden wir ein Zelt und als besondere Attraktion eine Gartenbahn aufbauen, wo man gemütlich beisammen sitzen und plaudern kann", kündigt Ingolf Göllner an. Für das leibliche Wohl sei somit in der Bahnhofsgaststätte "Zur Dreibogenbrücke" gesorgt. "Und natürlich wollen wir unseren Gästen zeigen, was sich seit der vorjährigen Präsentation getan hat - und das ist eine ganze Menge, auch wenn man das nicht unbedingt auf den ersten Blick sieht." Die Verdrahtung der Anlage sei zeit- und teils nervenraubend gewesen. Doch jetzt könne man sich dem Landschaftsbau widmen. "Wir haben dafür noch einen Haufen Menschen in der Schublade."

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