Der Stadtrat der Einheitsgemeinde Wanzleben - Börde hat sich in einem aktuellen Beschluss für die Wiedereinführung des alten Kennzeichen-Kürzels "WZL" für den Bereich Wanzleben ausgesprochen. Die anderen ehemaligen Kreise und neuen Bereiche könnten in Oschersleben (OC), Haldensleben (HDL) und Wolmirstedt (WMS) bzw. im ländlichen Raum in BK und OK übergehen. Das Votum wird an den Städte- und Gemeindebund geschickt. Es soll in die Entscheidungsfindung der Bundesregierung zur Änderung der Zulassungsverordnung einfließen.

Wanzleben. Mehr als 100 ehemalige Kreisstädte wollen ein Kennzeichen-Kürzel, das auf ihre Stadt aufmerksam macht und nicht in einem "Gebietsungetüm" wie zum Beispiel im Landkreis Börde untergeht. Das erklärte Professor Dr. Ralf Borchert dem Stadratsvorsitzenden Claus-Christian Kühne, der zu diesem Thema in einem Telefonat nach dem Willen der Wanzleber fragte. Der Hintergrund: In der Verkehrsministerkonferenz im Mai dieses Jahres haben sich auf Antrag von Thüringen und Sachsen die Minister für eine Liberalisierung der Zulassungsverordnung zu Gunsten ehemaliger Kreisstädte, wie eben Wanzleben oder Oschersleben, ausgesprochen.

Nun wird eine entsprechende Änderung der Zulassungsverordnung auf Bundes- ebene vorbereitet. Um einen Bedarf zu ermitteln, sei eben auch eine Willens- bekundung gefragt.

Der Professor schlug dem Wanzleber Stadratsvorsitzender das Hanauer Modell vor. Es sieht mehrere Kennzeichen in einem Landkreis vor. Deren Zuordnung erfolgt eindeutig nach dem Wohnort.

Kostenneutral möglich

Dazu müssten im Landkreis mehrere Zulassungsbezirke wie WZL, OC, HDL, WMS oder BÖ, BK und OK definiert werden. Großen Wert legte der Professor bereits in einem Gespräch mit der Staßfurter Volksstimme (bei der eine ähnliche Diskussion lief) darauf, dass das Modell kostenneutral eingeführt werden kann. Dies sei sehr wichtig, da Kritiker der Liberalisierung oft mit dem Kostenargument kommen würden.

Der Städte- und Gemeindebund habe an die Stadträte ebenfalls eine entsprechende Anfrage für eine Willensbekundung gestellt, sagte Claus-Christian Kühne in der Stadtratssitzung.

Zur Abstimmung stand somit ein Befürwortungsschreiben, damit die alten Kennzeichen in der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben - Börde auch das Kürzel "WZL" tragen dürfen. Die 27 anwesenden Ratsmitglieder sprachen sich mit großer Mehrheit dafür aus. Es gab nur drei Gegenstimmen und sieben Enthaltungen.

Sachsen-Anhalts Verkehrsministerium steht bisher der Sache sehr skeptisch gegenüber. Erst kürzlich formulierte Ministeriumssprecher Harald Kreibich: "Die Identitätsstiftung ist eine gute Sache. Aber man muss die Kirche im Dorf lassen. Wenn man jetzt den Kraftfahrern freistellen würde, nicht nur die Buchstaben nach dem Trennungsstrich, sondern auch die davor als Wunschkennzeichen zu wählen, dann würde es erhebliche Zusatzaufwendungen erforderlich machen."