Wanzleben l "Für mich bist Du, warst Du die Sonne in der Zentrale, und ich wusste, wenn Du in der Zentrale bist oder warst, läuft hier alles seinen Gang", sagte die Bürgermeisterin der Stadt Wanzleben - Börde, Petra Hort, als sie gestern die "Stimme" des Hauses, Ingrid Köhler, in den Ruhestand verabschiedete. Die Stimme von Ingrid Köhler kennt wohl fast jeder Einwohner der Stadt Wanzleben - Börde, denn wollte man im Rathaus telefonisch verbunden werden, so hörte man zunächst meist die Worte: "Stadt Wanzleben - Börde, Köhler, guten Tag". Freundlich verband sie die Anrufer zum gewünschten Ansprechpartner. Und auch wer persönlich zu den Ämtern wollte, dem wies sie gern den Weg. Seit 1994 übernahm sie in der Zentrale vielfältige Aufgaben.

Doch ihre Laufbahn in der Kommune begann schon viel früher, um genauer zu sein, bereits vor 40 Jahren. Im Februar 1971 begann sie ihren Dienst als technische Kraft und Erzieherin in der Kinderkrippe in Schleibnitz. Nach einem fünfjährigen Abstecher zur GST, kümmerte sie sich von 1990 bis 1993 als Reinigungskraft um die Sauberkeit zunächst beim Rat der Stadt in Wanzleben, dann bei der Verwaltungsgemeinschaft "Sarretal", ehe sie 1994 ihren Platz in der Zentrale einnahm.

"An Deinem letzten Arbeitstag heißt es, Dich zu verabschieden, aber vor allem heißt das, Dir zu danken für Deinen Einsatz in der Verwaltung, für Deine vielfältigen Leistungen und für die Kollegialität und Deine Verlässlichkeit", sagte Petra Hort, bevor ihr die Kollegen eine Collage mit einem alten Telefon und Porträts der Kollegen überreichten. Damit wird sie Ingrid Köhler bestimmt nicht vergessen, aber sie hat angekündigt, dass sie auch in Zukunft immer mal wieder in der Verwaltung vorbeischauen wird.

Ansonsten aber wird die Vorruheständlerin, die in Kürze ihren 61. Geburtstag begeht, ihren Ruhestand genießen. "Mein Mann ist schon zu Hause, und da werden wir sehen, wie wir die Zeit jetzt neu einteilen", meinte sie. Ihre Familie, zu der neben zwei erwachsenen Kindern auch zwei Enkel gehören, wird sie sicher in ihre Freizeitaktivitäten einbeziehen. "Aber ich denke, ich werde auch was vermissen, denn die Arbeit hat mir Spaß gemacht", so Ingrid Köhler. Um Kontakt zu den ehemaligen Kollegen zu halten, könnte vielleicht auch Enkelin Victoria Genz helfen, denn sie lernt in der Verwaltung.