Mit Beginn des neuen Jahres wird der Sanitätsdienst des DRK-Kreisverbandes Wanzleben tierische Unterstützung bekommen. Es soll begonnen werden, eine Rettungshundestaffel aufzubauen.

Wanzleben l Die gute Zusammenarbeit, die der DRK-Kreisverband Wanzleben mit seinen Ehrenamtlichen pflegt, hat sich bereits weit herumgesprochen. Das war auch für einige ehrenamtliche Helfer der Anlass, genau hier den Aufbau einer Rettungshundestaffel anzuregen. "Damit sind sie bei uns auf offene Ohren gestoßen, denn im ganzen großen Landkreis Börde gibt es so ein Potenzial noch nicht", erklärte Stephan Dill als Abteilungsleiter Nationale Hilfsgesellschaft des DRK-Kreisverbandes Wanzleben.

"Mehrere der Helfer bringen Erfahrungen aus der Arbeit mit Rettungshunden mit."

Stephan Dill

Und nun ist es auch amtlich, dass ab 1. Januar 2012 innerhalb des Sanitätsdienstes des DRK-Kreisverbandes Wanzleben eine Rettungshundestaffel aufgebaut werden soll. Derzeit haben sich acht Personen aus der näheren Umgebung von Wanzleben bereiterklärt, sich mit ihren Hunden der Aufgabe zu stellen. "Ein Großteil der Personen bringt auch bereits Erfahrungen aus der Rettungshundearbeit mit", so Stephan Dill. Eine von ihnen ist Tanja Fröhlich, die bereits seit 1997 innerhalb des Deutschen Roten Kreuzes als Rettungshundeführerin arbeitet. Zudem ist sie seit 2001 auch zertifizierte Ausbilderin für Rettungshundestaffeln und wirkt auch als Fachberaterin für die Rettungshundearbeit im DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt mit.

"Wir haben hier ideale Voraussetzungen für den Aufbau einer Rettungshundestaffel", schätzte Stephan Dill ein, der auch weiß, dass es bisher in Sachsen-Anhalt nur wenige Rettungshundestaffeln gibt. Eine Rettungshundestaffel besteht aus fünf Rettungshundeteams, ein Rettungshundeteam aus einem Hundeführer und seinem geprüften Hund.

An eine Rettungshundestaffel werden hohe Anforderungen gestellt, die auch mit einer Ausbildung nicht erfüllt werden können. Es erfordert eine stetige Aus- und Fortbildung. Eine wichtige Voraussetzung aber ist, dass der Hundeführer auch als Sanitäter ausgebildet ist und zudem weitere spezielle Kenntnisse wie beispielsweise die Erste Hilfe am Hund oder die Orientierungs- und Kartenarbeit beherrscht. "Es ist eine sehr zeitintensive Arbeit, die viel Training erfordert, um am Ende einen effektiven Einsatz zu ermöglichen", erklärte Stephan Dill.

Die Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbandes Wanzleben soll sich zukünftig auf die Suche von vermissten Personen im Rahmen einer Flächensuche, das heißt, beispielsweise in Wald oder Flur, konzentrieren. Das passiert aber nicht nur im Katastrophenfall, sondern auch, wenn zum Beispiel verwirrte Bewohner aus Pflegeheimen verschwinden. Ein weiteres Aufgabenfeld wäre die sogenannte Trümmersuche, bei der Personen zum Beispiel nach einer Katastrophe in eingestürzten Gebäuden gesucht werden müssen. Doch es ist nicht nur die Suche allein, mit der die Rettungshundeführer beschäftigt sind, sie führen auch die lebensrettenden Sofortmaßnahmen durch, ehe sie die Betroffenen an den Sanitäts- bzw. Rettungsdienst übergeben.

"Die Rettungshunde sollen dem Landkreis als Einsatzpotenzial zur Verfügung stehen"

Stephan Dill

Von acht Hunden, deren Hundeführer sich derzeit für die Mitarbeit in der Rettungshundestaffel interessieren, sind zwei bereits geprüft und einer steht vor der Prüfung. "Unser Ziel ist es, eine komplette Staffel aufzubauen, und unsere Rettungshunde, die Eigentum der Hundeführer sind, dann dem Landkreis Börde als Einsatzpotenzial zur Verfügung stellen können", so Stephan Dill. Die Alarmierung der Rettungshundeführer würde im Bedarfsfall dann über die Leitstelle erfolgen. Im Bedarfsfall könnte aber auch ein einzelnes Team zum Einsatz gebracht werden.