Schermcke (yhe) l Das Märchen vom tapferen Schneiderlein scheint dem Bürgerverein Schermcke kein Glück zu bringen. Dabei haben Märchen doch immer ein gutes Ende. Im Jahr 2000 erlegte der tapfere Schneider am Dorphus schon einmal sieben auf einen Streich - bei Windstärke 8 und Regen. Deshalb entschloss sich der Bürgerverein für die jährliche Märchenaufführung das Grimmsche Märchen 2011 zu wiederholen. Doch die Wetterprognosen sahen ähnlich schlecht für das Märchen aus wie 2000. Zum Glück hatte sich Sturmtief Joachim am Sonnabend weitestgehend verzogen, nur der Regen machte den Laiendarstellern und Zuschauern zu schaffen. Eine Regenpause wurde für den Start der Aufführung am Sonnabend genutzt. Die Schermcker Darsteller und Zuschauer sind abgehärtet. Immerhin wird seit 1997 vom Bürgerverein ein Märchen aufgeführt und in diesen Jahren haben Darsteller und Zuschauer wettertechnisch einiges erlebt. Nehmen wir das letzte Jahr. Da waren die Temperaturen tief in den Keller gerutscht und zeigten beinahe minus 20 Grad an.

Aber wenn der Bürgerverein zur Märchenaufführung einlädt, dann beginnt diese in der Regel immer am Vortag des 4. Advent schon in den Nachmittagsstunden mit einem kleinen Weihnachtsmarkt. Dazu gehört natürlich reichlich Glühwein, Punsch und Tee zum Aufwärmen. Doch auch die Düfte von frisch gebackenen Waffeln erfüllen die Lüfte am Dorphus. Der Glühwein wird übrigens nach einem Geheimrezept "gebraut", übrigens im selben alten Waschkessel, in dem zum Herbst- und Erntefest das berühmte Schermcker "Plumenmaus" gekocht wird . Dieses Pflaumenmus hat sich übrigens am Sonnabendnachmittag die Vorsitzende des Bürgervereins, Andrea Pulver, als tapferes Schneiderlein auf die riesige Stulle geschmiert.

Als alle Bänke trockengewischt waren, konnte die Märchenaufführung am Sonnabendnachmittag starten, nahm Märchenerzähler Peter Predel im alten Bademantel und roter Baskenmütze auf dem Kopf den Platz im alten Waschfass ein und begann, wie alle Märchen beginnen, mit den Worten: "Es war einmal...". Nach 14 Aufführungen ist natürlich der Fundus an Kostümen und Dekorationen ordentlich angewachsen. Sehenswert waren am vergangenen Sonnabend in jedem Fall die Kostüme der Fliegen. Ihre Augen beispielsweise bestanden aus kleinen Sieben. Am Ende gab es wieder reichlich Beifall für die Akteure.

Zur Tradition dieser vorweihnachtlichen Veranstaltung des Bürgervereins Schermcke, der damit 2011 eine Tür des lebendigen Adventskalenders öffnete, gehört auch, dass der Weihnachtsmann seine Runden dreht und die Schermcker Blaskapelle weihnachtliche Weisen spielt.