Die Verbandsversammlung des Feuerwehrverbandes Börde war zwar in diesem Jahr im Kalender ziemlich weit nach hinten gerückt, aber dafür gab es nicht weniger zu diskutieren und zu beschließen. Die Resonanz ließ allerdings zu wünschen übrig.

Seehausen l Es war Gerhard Burgdorf von der Fachgruppe Alters- und Ehrenabteilung, der offiziell sein Unverständnis äußerte, dass an der Verbandsversammlung diesmal nur so wenig Interesse bestand. "So eine negative Teilnahme habe ich seit 1990 noch nie erlebt", erklärte er. Und er erhielt von einigen Kameraden Zustimmung. Konkret in Zahlen hieß das, dass von 88 Stimmberechtigten nur 35 anwesend waren. Kreisbrandmeister Horst Nitzer nahm zu dieser Tatsache in seinem Grußwort Stellung: "Die Mitarbeit in den Verbänden lässt zu wünschen übrig, das ist heute hier erkennbar und war es auch schon auf der vergangenen Versammlung beim Ohrekreis-Verband."

Harald Hinz erhält das Feuerwehrehrenkreuz

Bevor die Tagesordnung abgearbeitet wurde, stand zunächst der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Harald Hinz im Mittelpunkt. Lothar Lindecke als Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes und Horst Nitzer als Kreisbrandmeister nahmen eine Ehrung vor, die eigentlich bereits im Mai erfolgen sollte. Dennoch war Harald Hinz sichtlich überrascht, als ihm das Feuerwehrehrenkreuz in Silber angesteckt wurde. Der Deutsche Feuerwehrverband würdigt so seine geleistete Arbeit bei der Feuerwehr. "Jetzt habt ihr mich ein bisschen durcheinandergebracht, aber so etwas kann man nur erhalten, wenn man Kameraden wie euch hat", sagte Harald Hinz. Eine weitere Ehrung kam in dieser Sitzung Paul Lehmann zuteil. Er ist bereits seit 60 Jahren Mitglied der Seehäuser Feuerwehr.

Da der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes, Ulf Nohr, krankheitsbedingt verhindert war, war es Harald Hinz, der den roten Faden durch die Verbandsversammlung führen durfte. Um einen umfassenden Bericht über das Jahr 2010 und auch ein bisschen über das Jahr 2011 geben zu können, hatte er aber traditionell viele Helfer. Der erste von ihnen war der Jugendfeuerwehrwart Hans-Werner Krebs. Seiner Aussage zufolge waren zum Ende des Jahres 2010 innerhalb des Verbandsgebietes in 49 Jugendfeuerwehren 480 Mitglieder aktiv. Ihnen wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten, zu dem unter anderem der Bundeswettbewerb, der Löschangriff nass, das Ablegen der Jugendflamme und der Leistungsspange, der Grisu-Tag, 2010 das Zeltlager und 2011 eine Fahrt zum Erlebnispark Belantis gehörten. Bei einigen Veranstaltungen müsse , so Krebs, für die Zukunft über Veränderungen nachgedacht werden - einerseits aus organisatorischen, andererseits auch aus finanziellen Gründen. Ein Beispiel sind die Wettkämpfe, die im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Ohrekreis-Verband durchgeführt wurden. Da die Resonanz der Jugendfeuerwehren aus dem Nordkreis aber gering oder gar nicht vorhanden war, wolle man die nächsten Veranstaltungen wieder allein durchführen. Die Großveranstaltungen wie das Sommerlager und Belantis stießen mit den Teilnehmern an die Grenze des Machbaren.

Carola Schneider berichtete stellvertretend für die erkrankte Frauensprecherin, Julia Brünig, über die angelaufene Arbeit. Laut Jahresstatistik 2010 waren 193 Frauen und 159 Mädchen in den Feuerwehren im Verbandsgebiet aktiv. Auf positive Resonanz stieß das erste Treffen der Feuerwehrfrauen am 10. November dieses Jahres in Druxberge. Die Frauen nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln, die sie in Zukunft umsetzen wollen. "Wir haben beschlossen, dass wir uns künftig zweimal im Jahr treffen wollen", sagte Carola Schneider.

Nur wenig Interesse an der Öffentlichkeitsarbeit

Gerhard Burgdorf schätzte im Namen der Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilungen die Zusammenkünfte, in denen sie auf ihre aktive Zeit zurückblicken, aber sich auch informieren können, was die Zukunft bringt. Regelmäßig laden sie sich aktive Kameraden ein, die ihnen von den Neuigkeiten berichten.

Matthias Hinz bemängelte, dass einige Feuerwehren nur wenig Interesse an der Öffentlichkeitsarbeit zeigen. Für die Internetseite des Verbandes, die seiner Meinung nach noch zu wenig bekannt ist, arbeiten nur wenige Feuerwehren Berichte zu.

Über die Arbeit der Notfallbegleitung berichtete Friedrich von Biela. Derzeit arbeiten 17 Aktive und zwei ruhende Mitglieder in dem Team mit. Erfreulich sei gewesen, dass auch zwei neue Mitglieder in diesem Jahr aufgenommen werden konnten. Die Einsatzzahl ist mit neun relativ klein. "Man kann denken, dass entweder weniger passiert, oder dass wir noch zu wenig bekannt sind, dass wir nicht so oft gerufen werden", stellte er Überlegungen an und verwies noch einmal auf den Arbeitsbereich Einsatznachsorge, den die Kameraden gern in Anspruch nehmen können. Das gab auch Harald Hinz den Anlass, anzuregen, dass die Notfallbegleitung auch vorsorglich bei Übungen mit einbezogen werden kann. "Das Hordorfer Zugunglück hat gezeigt, dass auch wir die Einsatznachsorge brauchen", sagte er.

Dass das Geld auch im Verband eine wichtige Rolle spielt, machten die Berichte vom kommissarischen Geschäftsführer Marko Zimmermann deutlich. Sowohl der Geschäftsbericht von 2010 als auch der Haushaltsplan für 2011 zeigen, dass die Rücklagen geschmälert werden.

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