Die Studie einer Anpassungskonzeption an den demografischen Wandel hat das von der Gemeinde Hohe Börde beaufragte Experten-Team am Freitag an Bürgermeisterin Steffi Trittel übergeben. Ein Jahr lang nahm das Team die Gemeinde unter die Lupe.

Irxleben/HoheBörde l Nahezu ein Jahr lang hatte das Expertenteam um den Hallenser Wissenschaftler Wolfgang Bock zusammen mit Akteuren aus der Kommunalpolitik und der Verwaltung der Hohen Börde Handlungsvorschläge dafür erarbeitet, wie die Kommune mit den Folgewirkungen des in den nächsten Jahren zu erwartenden Bevölkerungsrückgangs und der sich ändernden Altersstruktur umgehen kann.

"Die Hohe Börde ist gegenüber anderen Kommunen einen Schritt voraus"

Wolfgang Bock

Auch die interessierte Bevölkerung wurde auf Foren und in Gesprächen vor Ort in den Prozess einbezogen.

Mitte November hatte der Gemeinderat Hohe Börde den Entwurf der Anpassungsstrategie diskutiert und beschlossen. Seit Freitag liegt nun das druckfrische überarbeitete Exemplar der Studie vor. Zusammen mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen und den Vorsitzenden der Ausschüsse des Gemeinderates nahm Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel das knapp 100 Seiten umfassende Werk aus den Händen von Wolfgang Bock entgegen.

"Die Gemeinde verfügt jetzt über ein Handlungsgerüst zu vielen Fragestellungen, die der demografische Wandel aufwirft. Sie ist damit gegenüber anderen Kommunen im ländlichen Raum einen Schritt voraus", erklärte Bock und betonte weiter: "Wenngleich die Hohe Börde durch ihre Lage vor den Toren der Landeshauptstadt und entlang wichtiger Autobahntrassen bedeutende Standortvorteile aufweist, so lassen sich doch die Erfahrungen bei der Erarbeitung der Anpassungsstrategie auf andere Einheitsgemeinden übertragen."

"Mit der Studie bekommen wir mehr Treffsicherheit für unser politisches Handeln "

Bürgermeisterin Steffi Trittel

Auch deshalb habe das Landesministerium für Landesentwicklung und Verkehr dieses Modellprojekt finanziell unterstützt. "Zugleich zielt die Landesregierung auf die Zusammenarbeit im mitteldeutschen Verbund mit Sachsen und Thüringen ab", unterstrich Bock und erinnerte an die "Erfurter Erklärung" zur Demografiepolitik in Mitteldeutschland vom Frühjahr 2011, die gemeinsame Lösungsansätze für die Gestaltung des demografischen Wandels im ländlichen Raum Mitteldeutschlands suche.

"Wir stehen mit unseren Erfahrungen zur Mitarbeit auch auf dieser Ebene bereit", erklärte die Bürgermeisterin der Hohen Börde, Steffi Trittel, am Freitag und ergänzte: "Mit der Studie bekommen wir mehr Treffsicherheit für unser kommunalpolitisches Handeln. Die Hohe Börde wird nach außen wahr und ernst genommen." Harald Kegler, Professor an der Bauhaus-Universität Weimar und Mitglied des Experten-Teams, lobte: "Es ist beeindruckend, wie zielstrebig die Hohe Börde bereits jetzt an die Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Studie herangeht." Beispiele dafür sind die Eltern-Stammtische an den sechs Grundschulstandorten, das vierteljährliche "Unternehmerfrühstück", die Initiierung des Konzeptes "Jung kauft Alt", die geplante Bildung des Seniorenbeirates und die Planung von Investitionen in die Schulinfrastruktur.

Gemeinde bildet ein eigenes Kompetenz-Team

Im Frühjahr 2012 will die Gemeinde Hohe Börde mit einem eigenen zehnköpfigen "Kompetenz-Team" konkrete Empfehlungen für die weitere Umsetzung der Handlungsvorschläge aus der Demgrafiestudie erarbeiten.

Das "Team Bock" erklärte sich zu einer Begleitung der Gemeinde bei den nächsten Schritten bereit. Und: "Wir streben an, Kooperationen der Gemeinde mit Hochschuleinrichtungen anzuschieben. Dadurch können frische Ideen vor allem im Bereich der Gewerbeentwicklung - zum Beispiel im Umfeld des Elbeparks - gesammelt werden", erklärte Bock.