Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn sowie das Grenzdenkmal Hötensleben sind fortan Träger des Europäischen Kulturerbe-Siegels. Damit wird das Wirken der Stätten im deutschen Kulturnetzwerk "Eiserner Vorhang" gewürdigt.

Marienborn/Hötensleben l Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) und Gedenkstättenleiter Sascha Möbius enthüllten am Montag das Siegel am Eingang des Hauptgebäudes. Mit dem Kulturerbe-Siegel werden europaweit Stätten ausgezeichnet, die symbol- und beispielhaft für die europäische Einigung sowie für die Ideale und die Geschichte Europas und der Europäischen Union stehen. Marienborn ist nun einer von zwölf Trägern dieser Plakette bundesweit, wie Dorgerloh erklärte.

In seiner Rede verdeutlichte der Minister: "Marienborn steht nicht nur für die Teilung Deutschlands, sondern ist eben auch ein Sinnbild für die Trennung Europas unter dem Eisernen Vorhang. Die Verleihung des Kultursiegels ist zugleich Ausdruck der pädagogisch wertvollen Arbeit der Gedenkstätte."

Das Annehmen der Erinnerungskultur sei Teil der Grundsätze, denen die europäischen Staaten verpflichtet sind - die Gedenkstätte sei dafür ein Paradebeispiel.

"Ansporn zu noch mehr Austausch"

Dorgerloh sprach den Mitarbeitern, aber auch den vielen Zeitzeugen und Besucherbegleitern Gratulation und Dank aus: "Sie haben geholfen, die Stätte als Teil der regionalen, nationalen und europäischen Erinnerungskultur zu entwickeln." Die Vertreter der Landkreise Börde und Helmstedt, Joachim Hoeft und Rolf-Dieter Backhauß, teilten in ihren Reden diese Einschätzung.

Dr. Sascha Möbius, seit Jahresbeginn Leiter der Gedenkstätte, sieht in der Würdigung "noch einmal einen besonderen Ansporn zu mehr Austausch der Erinnerungsarbeit auch mit anderen europäischen Ländern, in denen diese Aufarbeitung der kontinentalen Trennung gerade erst beginnt".

Auch das Grenzdenkmal in Hötensleben als "Außenstelle" der Gedenkstätte trägt seit gestern das Europäische Kulturerbe-Siegel. "Das ist ebenfalls so ein authentischer Ort, der durch die inhaltliche, länderübergreifende Arbeit einen wunderbaren Ansatz erfüllt", lobte Stephan Dorgerloh.

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