KleinWanzleben l Die Landseniorenvereinigung Wanzleben hat bei ihrer diesjährigen Mitgliederjahresversammlung in Klein Wanzleben den "Fahrplan" für das Jahr 2012 vorgestellt. Wolfgang Köhler vom Bauernverband sprach hierbei außerdem über die Lage der Landwirtschaft in der Börde.

Rund 80 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt. "Wir vom Vorstand sind bemüht, unseren Berufskollegen auch im kommenden Jahr, dem 15. Jahr seit der Gründung des Landseniorenverbandes, ein interessantes und erlebnisreiches Programm zu bieten", erklärte Vorsitzender Dr. Siegfried Hünsche. 2011 hatten die Senioren zu acht Veranstaltungen mit 386 Teilnehmern eingeladen. "In den vergangenen 14 Jahren haben wir Landsenioren an so vielen schönen Fahrten und Ausflügen teilnehmen können, die wir während unserer Tätigkeit in der Landwirtschaft allein schon aus Zeitmangel so nie hätten unternehmen und erleben können", sagte der 83-jährige Dr. Siegfried Hünsche aus Klein Wanzleben dankbar. So möchten die Senioren gemeinsam mit dem Bauernverband am Montag, 23. Januar, zu einer Busfahrt zur Grünen Woche nach Berlin einladen. Im Februar sollen die Kenntnisse im Straßenverkehr aufgefrischt werden. Polizeihauptkommissar Bernd Grenzdörfer stehe für eine Schulung wieder zur Verfügung, hieß es. Im März könnte eine Schnupperfahrt in das Zentrale medizinische Versorgungslager der Bundeswehr bei Blankenburg als Unternehmung auf dem Plan stehen. Die Tagesfahrt könnte mit einem Besuch des in der Nähe gelegenen Klosters Huysburg ergänzt werden, erklärte Vorsitzender Dr. Siegfried Hünsche. Das Kloster werde von etwa 16 bis 18 Mönchen bewohnt und von einem katholischen Prior geleitet. Am 26. April soll es eine Busfahrt nach Falkenhain geben, in der Hoffnung die Obstblüte mitzuerleben und erklärt zu bekommen. Auch eine Besichtigung der Getreidezuchtstation Silstedt vor dem Harz bei Derenburg und des Gestütes Prussendorf stehe an. Für den 25. Juli ist ein Ausflug zum Bierer Berg zum Operettensommer "Der Vetter aus Dingsda" vorgesehen.

Nach den Ausführungen des Vorsitzenden Dr. Siegfried Hünsche gab der Geschäftsführer des Bauernverbandes "Börde", Wolfgang Köhler, einen Überblick über die Situation der Landwirtschaft in der Börde. Für das Jahr 2011 sagte er, dass die extrem ungünstige Witterung während der gesamten Vegetationsperiode zu einer äußerst mageren Ernte führte. "Die Aussaat war nässebedingt sehr unbefriedigend. Das Frühjahr wurde durch Hitze und Trockenheit von März bis Mai zum Sommer bestimmt und die Erntezeit fiel buchstäblich ins Wasser. Bei Winterweizen, der wichtigsten Getreideart im Landkreis, wurden mit 67,46 Dezitonnen je Hektar rund 8 Dezitonnen je Hektar weniger als im Vorjahr geerntet", erklärte Köhler. Besonders die spät reifenden Weizensorten hätten noch von den Niederschlägen Anfang Juli profitiert und auch die Brotgetreidequalität gehalten.

Bei Wintergerste, die im vergangenen Jahr mit 73 Dezitonnen fast gleichauf mit dem Weizenertrag lag, liegt der durchschnittliche Ertrag in diesem Jahr nur bei etwa 60 Dezitonnen je Hektar. Der Roggen habe in diesem Jahr am stärksten unter den ungünstigen Bedingungen gelitten.

Der Winterraps hatte sich durch die schlechten Aussaatbedingungen nur unzureichend entwickelt und der Winter brachte Frostschäden. Insgesamt bringe das Erntejahr bei den Mähdruschfrüchten nur unterdurchschnittliche Erträge. Wolfgang Köhler: "Deshalb werden wir als Bauernverband bei unserer Forderung nicht nachgeben, mit der Einführung einer Risikoausgleichsrücklage den Landwirten ein Instrument in die Hand zu geben, damit sie die turbulenten Berg- und Talfahrten ihrer Einkommen in den Griff bekommen."

Es gab aber auch gute Nachrichten: Der Mais als Wärme liebende Pflanze profitierte von der feuchten Witterung. Auch auf die Zuckerrüben und Kartoffeln habe sich die Witterung positiv ausgewirkt.

Der Landsenioren-Landesverband Sachsen-Anhalt, der sich aus 25 Vereinigungen zusammensetzt, zählt aktuell rund 3300 Mitglieder.

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