Das Ehepaar Franz-Gerd und Elisabeth Hosang, Gerhard Gutsch sowie Udo Bartels (posthum) sind die Sommersdorfer Ehrenpreisträger 2011. Ihr langjähriges Wirken wurde in besonderer Weise von der Gemeinde gewürdigt.

Sommersdorf l Das altehrwürdige Gemeinschaftshaus in Sommersdorf mit seiner kunstvoll gestalteten Decke im großen Sitzungsraum bot den passenden Rahmen für die erstmalige Verleihung des Bürgerpreises sowie des Dorfverschönerungspreises der Gemeinde. Bürgermeister Peter Müller nannte es "eine bedeutsame Veranstaltung", die in die letzte Ratssitzung des Jahres eingebunden war.

Bedeutend, weil es zum einen eine Premiere war und zum anderen, weil damit Personen in den Mittelpunkt gerückt wurden, die sonst eher unscheinbar auftreten, sich diese Würdigung aber gleichwohl verdient haben. "Auf großer Bühne wird immer viel geehrt, aber auf Orts- und Gemeindeebene sieht es doch eher spärlich aus mit der Anerkennung für alltägliches und jahrzehntelanges Wirken von engagierten Menschen", leitete Müller die Zeremonie ein. Mit der Preisverleihung wolle die Gemeinde mit ihren drei Ortsteilen dagegen ein Zeichen setzen. Einfach sei die Entscheidung dabei nicht gewesen, betonte der Bürgermeister, was man jedoch durchaus positiv bewerten dürfe, zeige es doch, dass in der Drillingsgemeinde "eine Vielzahl an Aktivitäten und Engagement anzutreffen ist". Federführend hatte der Kulturausschuss um Eckehart Beichler die Ehrungen initiiert, von der Bevölkerung eingereichte Vorschläge diskutiert und letztlich eine Empfehlung für die Preisträger an den Gemeinderat gereicht, welche auch geschlossen befürwortet und per Beschluss besiegelt wurde.

Aus traurigem Anlass wurde der erste Bürgerpreis doppelt vergeben. "Uns alle hat der Tod von Udo Bartels in tiefe Trauer versetzt", beschrieb Peter Müller die Gefühlslage in der Gemeinde, nachdem die gute Seele des hiesigen Männerchors 70-jährig im Oktober verstorben war. Im Rat sah man sich in dieser Situation zusätzlich einer schwierigen Lage gegenübergestellt, denn Bartels, die beliebte Stimmungskanone, der nimmermüde Sangesbruder, war als Preisträger schon auserkoren worden. "Es war für uns nicht leicht, aber ich denke, wir haben uns - auch im Sinne von Udo - für das einzig Richtige entschieden", sagte Müller mit Blick auf den gefassten Entschluss, letztlich zwei Preisträger zu küren - den Marienborner Gerhard Gutsch für seine Verdienste um den Sportverein sowie posthum Udo Bartels, "den wir als Freund, Helfer und Sänger in dankbarer Erinnerung behalten". Als Laudatio verlas Peter Müller den von Ulrich Gastmann für den Ortsanzeiger "Rund um Dorn und Born" verfassten Nachruf auf Bartels. Tief bewegt nahm Witwe Doris Häßler die Anerkennung für ihren Ehemann entgegen.

Aus den Händen von Eckehart Beichler empfing das Sommersdorfer Ehepaar Hosang den Dorfverschönerungspreis. "Die Einführung dieses Preises lag mir besonders am Herzen", führte Beichler aus, "denn die allgemein sichtbare Verbesserung des Ortsbildes lockt Nachahmer hervor, wirkt dem Gesichtsverlust der Dörfer entgegen und erhält die Lebensqualität auf dem Lande." Die Prämierung solcher Initiativen biete einen zusätzlichen Anreiz. Alle sieben für diesen Preis eingereichten Vorschläge wären würdige Empfänger gewesen, verdeutlichte Beichler. Doch der Hosangsche Hof mit seiner ortsgeschichtlichen Bedeutsamkeit, dem wiederaufgebauten historischen Erbe und dem öffentlichen Zugang habe herausgestochen.

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