Derzeit sorgen Einbrüche in mehrere Kirchen im Harzkreis und in Niedersachsen für Aufsehen. Auch Kirchen in Osterwieck und Rimbeck wurden vor kurzem zum Ziel der Täter. Dabei wurde ein erheblicher Sachschaden angerichtet.

Osterwieck/Rimbeck l Gerade in der Weihnachtszeit sind viele Menschen bereit, an gemeinnützige Organisationen und in Kirchen zu spenden. Selten sind die Opferstöcke so gefüllt, wie im Monat Dezember. Doch gerade auf diese milden Gaben haben es derzeit unbekannte Täter abgesehen.

Kurz nach dem dritten Advent drangen sie in die Stephani-Kirche in Osterwieck ein. "Zuvor hatten wir ein Konzert. Vielleicht glaubten die Einbrecher deshalb, dass Geld zu holen wäre", berichtete der Osterwiecker Pfarrer Stephan Eichner.

Die Täter gelangten durch eine Hintertür in die Kirche und richteten dabei einen erheblichen Schaden an. Außerdem brachen sie einen Schrank auf. Gestohlen wurde jedoch nichts, auch wurde in der Kirche nicht randaliert. "Zum Glück. Aber der entstandene Schaden ist ausreichend", so Eichner. Geld befand sich übrigens nicht in der Kirche. "Wir leeren die Geldkassette täglich", sagte der Pfarrer.

Am Dienstag, dem 27. Dezember, wurde ein ähnlicher Einbruch in die Kirche in Rimbeck entdeckt. Wahrscheinlich wurde die Tat in der Nacht vom 26. Dezember verübt. "Die Spuren weisen darauf hin, dass die Täter auch in diesem Fall nach Geld suchten", sagte Pfarrer Stephan Eichner.

In beiden Fällen wurden die Einbrüche polizeilich aufgenommen, die Ermittlungen laufen.

Ähnliche Einbrüche im Nordhaz und in Niedersachsen

Weitere Delikte dieser Art wurden von verschiedenen Kirchgemeinden des Harzkreises und aus Niedersachsen gemeldet.

In der Nacht vom Montag zum Dienstag waren die Dorfkirche in Wasserleben und die Ilsenburger Marienkirche Ziel der Täter. Am Mittwoch wurden weitere Einbrüche, darunter aus Abbenrode gemeldet. "In den meisten Fällen waren offenbar die jeweilige Spendenbüchsen das Ziel der Einbrecher", erklärte ein Polizeisprecher.

Die Polizeidirektion Goslar teilte mit, dass vom 22. bis 23. Dezember aus der Kirche in Lochtum nach einem Einbruch ein Staubsauger und zwei Lautsprecherboxen entwendet wurden. Vom Montag zum Dienstag wurde aus einer Vienenburger Kirche der Opferstock, der die Form einer Orgelpfeife hat, mitsamt Inhalt entwendet.

Der Schaden könne in allen Fällen nicht genau bestimmt werden, da zumeist unbekannt ist, wieviel Geld sich in den Spendentöpfen befunden hat.

Polizei bittet um Mithilfe der Bürger

Wie die Halberstädter Polizei gestern bestätigte, wird aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise und des Umkreises, indem die Taten geschahen, davon ausgegangen, dass es sich in allen Fällen um die gleichen Täter handelt. Die Ermittlungen erfolgen deshalb länderübergreifend. "Wir stehen im ständigen Kontakt zu den Kollegen in Niedersachsen", so ein Sprecher des Halberstädter Reviers.

Die Polizei bittet bei der Aufklärung der Einbrüche um Unterstützung und fragt: Wer hat in den vergangenen Nächten etwas bemerkt, das mit den Einbrüchen im Zusammenhang stehen könnten? Ferner wird darum gebeten, dass möglicherweise im Freien aufgefundene Spendenbehälter vom Finder nicht berührt werden sollten, sondern umgehend der nächsten Polizeidienststelle zu melden sind.

Hinweise zum Aufklären der Straftaten nimmt jede Dienststelle der Polizei entgegen. Das Harzrevier ist zu erreichen unter Telefon (03941) 6740.