Den anstehenden Jahreswechsel nehmen die Ortsbürgermeister der Gemeinde Sülzetal zum Anlass, um auf das Jahr 2011 zurückzublicken, um in das Jahr 2012 zu schauen. Licht und Schatten werden näher beleuchtet.

Sülzetal l "2011 war für die Gemeinde Sülzetal und für die Ortschaft Langenweddingen kein einfaches Jahr", schätzt Langenweddingens Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek ein. Sie ist nicht nur Ortsbürgermeisterin, sondern auch Gemeinderatsmitglied. Nicht in jedem Fall sei es gut gelungen, einen gemeinsamen Dialog zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Ortschaftsrat zu finden. "Obwohl viele Höhen und Tiefen unsere Arbeit begleiteten, war es denoch nicht nur ein negatives Jahr", meint Jutta Spurek. Positiv sieht sie die Tatsache, dass die Ortschaft Langenweddingen nach wie vor über eine gute Infrastruktur verfügt mit den wichtigsten Einrichtungen wie Kita und Schule. Das Vereinsleben im Ort wurde erhalten. "Besonders bedanken möchte ich mich bei der Ärztin Frau Dr. Latsouk, die trotz vieler Stolpersteine sich dennoch entschieden hat, den Langenweddingern und Sülzetalern treu zu bleiben und hier eine neue Praxis zu bauen", so die Ortsbürgermeisterin. "Positiv sehe ich auch, daß im Jahr 2011 wieder regelmäßig Bürgermeisterberatungen durchgeführt wurden. Mein persönlicher Dank geht an alle haupt- und ehrenamtlichen Kräfte, die dazu beigetragen haben, dass unser Ort lebens- und liebenswert ist und auch bleiben muss." Für 2012 wünscht sich die Ortsbürgermeisterin eine Verbesserung in der Kommunikation unter- und miteinander. Den kleinen Anliegen der Ortsbürgermeister müsse mehr Rechnung getragen werden. "Vor allem aber wünsche ich mir: Gemeinsam und nicht gegeneinander zu arbeiten im Interesse aller Einwohner der Gemeinde Sülzetal. Allen Mitstreitern, allen Langenweddingern und allen Sülzetalern einen guten Rutsch ins Jahr 2012, und ich freue mich auch im neuen Jahr auf eine weitere gute Zusammenarbeit."

Auch Altenweddingens Ortsbürgermeister Jörg Methner beginnt seine Einschätzung für das Jahr 2011 mit den Worten, dass es kein einfaches Jahr gewesen sei. Und diese Aussage bezieht er vor allem auf die gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäte. In der Bevölkerung sei oftmals der Eindruck entstanden, die Gemeinderäte würden die Entwicklung in der Gemeinde bremsen. "Das ist aber wirklich nicht der Fall. Im Gegenteil, sie haben erstmals die Probleme offen beim Namen genannt und die Bevölkerung aufgeklärt, wo der Schuh in der Gemeinde tatsächlich drückt", erklärt Jörg Methner, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Ortsbürgermeister auch Vorsitzender des Gemeinderates ist.

"Für 2012 wünsche ich mir mehr Geschlossenheit der Gemeinderäte im Interesse der Bürger des Sülzetals, und dies unabhängig vom Parteibuch."

Jörg Methner

Für ihn ist es nach wie vor unverständlich, dass die Gemeinde Sülzetal bei einem so großen Gewerbegebiet eine hoch verschuldete Gemeinde ist und deshalb nicht alle Wünsche der Bürger und Ortschaften erfüllen kann. "Als Vorsitzender des Gemeinderates bedanke ich mich bei allen Mitarbeitern der Verwaltung für die im Jahr 2011 geleistete Arbeit und bei der Bevölkerung für das entgegengebrachte Vertrauen. Für 2012 wünsche ich mir mehr Geschlossenheit der Gemeinderäte im Interesse der Bürger des Sülzetals und dies unabhängig vom Parteibuch. Wir dürfen 2012 keine Abstriche in sozialen Bereichen und Einrichtungen zulassen", so Jörg Methner. Der Altenweddinger wünscht sich mehr Bürgernähe vor Ort in den Dörfern und mehr Akzeptanz der Ortsbürgermeister und Ortschaftsräte durch die Verantwortlichen in der Gemeinde. Zugleich wünscht er sich, dass die Bürger und Vereine auch im Jahr 2012 sich aktiv am Leben in der Gemeinde beteiligen.

"Gleichzeitig bitte ich die Einwohner um Verständnis, dass ein Ortsbürgermeister nicht alle Dinge lösen kann. Das liegt in der Struktur der Einheitsgemeinde und diese muss verändert werden", meint Jörg Methner abschließend.

Wenig Positives für die Gemeinde Sülzetal kann Sülldorfs Ortsbürgermeister Holger Pesel dem Jahr 2011 abgewinnen. Ja, er drückt es ganz konkret mit den Worten aus, das Jahr 2011 sei für das Sülzetal ein erfolgloses Jahr gewesen. "Noch immer sind wir ein großes Stück von einer tatsächlichen Einheitsgemeinde entfernt, das haben nicht zuletzt auch die Bürgerwerkstätten in Vorbereitung des Gemeindeentwicklungskonzeptes deutlich gezeigt. Eine Einheitsgemeinde sehe ich nicht", macht der Sülldorfer deutlich.

Kritisch sieht der Ortsbürgermeister auch den Umgang mit den Generationen, vor allem mit der Jugend. "Uns muss es in den kommenden Jahren besser gelingen, die Jugend mitzunehmen, ihr Verantwortung zu übertragen. Da müssen wir uns nur den Altersdurchschnitt des Gemeinderates anschauen. Dort ist wohl Ingo Reichenbach der einzige unter 40 Jahren. So kann das nicht weitergehen." In der Gemeinde müsse man es in den kommenden Jahren besser verstehen, sich um die Jugend zu kümmern, auch sie ist Bestandteil der Bevölkerung.

Nur wenig optimistisch blickt Holger Pesel auf das Jahr 2012. Soll das kommende Jahr besser werden, müsse vor allem gelernt werden, Begonnendes zu Ende zu bringen, bis ans Ende zu durchdenken. "Durch unsinnigen Aktionismus wurde in den vergangenen Jahren schon viel Geld regelrecht verschleudert", meint Holger Pesel. Für Unverständnis sorgt bei ihm zudem die Tatsache, das die Gemeinde Sülzetal in Sachen Breitbandausbau keinen Schritt vorangekommen ist. "Andere Städte und Gemeinden sind uns hier Längen voraus. Wenn es nicht gelingt, den Breitbandausbau voranzubringen, werden die Orte an Attraktivität verlieren. Ein vernünftiges Internetangebot hat auch etwas mit Jugendarbeit und mit der Attraktivität unserer Schulen zu tun", schätzt abschließend Holger Pesel ein.

Die anderen fünf Ortsbürgermeister folgen.

 

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