Die Ortsbürgermeister der Gemeinde Sülzetal blicken auf das vergangene Jahr, schauen in das neue Jahr und sprechen über Licht und Schatten. Nach Sülldorf, Langenweddingen und Altenweddingen folgen heute Stemmern und Osterweddingen.

Sülzetal l Wie seine Amtskollegen in den anderen Dörfern sieht Osterweddingens Ortsbürgermeister Wolfgang Kettner das Jahr 2011 eher kritisch. "Die Bauarbeiten in der Schule wurden schon im Jahr 2010 angeschoben, und somit muss festgestellt, dass in unserem Ort nichts passiert ist. Auch bestimmte Standards, wie in der Altenbetreuung, werden wir nicht halten können. Doch ich bin nicht überrascht, habe die Entwicklung für die Gemeinde so kommen sehen", schätzt Wolfgang Kettner ein. Positiv und zuversichtlicher stimmt ihn die Tatsache, dass die Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Gemeindeverwaltung im letzten halben Jahr besser wurde. Es sei mehr Ordnung hineingekommen, es gab weniger Querelen. "Eine Katastrophe war für mich das 1. Halbjahr. Nichts ist entschieden worden, nichts haben wir vorangebracht", so der Finanzausschussvorsitzende des Gemeinderates.

Für 2012 wünscht er sich, dass Gemeinderat und Verwaltung die gemeinsame Arbeit dort fortsetzen, wo sie geendet hat. "Wir müssen lernen, Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie schwer sind und wir nicht immer Beifall dafür von der Bevölkerung erwarten können. Doch diese Entscheidungen sind notwendig. Wir kommen in der Gemeinde nur weiter voran, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Und hier meine ich den Gemeinderat genauso wie die Verwaltung", schätzt Kettner weiter ein. Steht der Gemeinderat weiter so zusammen, wie in den vergangenen Monaten, werden die Probleme der Gemeinde zu lösen sein. "Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen und müssen mehr Verständnis dafür haben, dass es eben auch andere Meinungen gibt", meint der Osterweddinger Ortsbürgermeister.

Für sich selbst und seine Familie wünscht er sich vor allem Gesundheit, um weiter im Leben voranzukommen. Die wirtschaftliche Lage vor allem in Europa solle sich nicht weiter verschlechtern und die Situation um den Euro müsse sich entspannen.

Stemmerns Ortsbürgermeister Siegfried Schopf beginnt seinen Rückblick mit einem Hinweis auf die Zukunft. Der Stemmeraner hat eine neue Arbeit gefunden. Und diese macht künftig nur noch vierzehntägige Sprechstunden des Ortsbürgermeisters dienstags möglich. "Für den Monat Januar bedeutet dies, dass die Sprechstunden am 10. und 24. Januar stattfinden", erklärt Siegfried Schopf und verweist darauf, dass die Bürger in dringenden Fällen auch seine Festnetznummer anrufen können.

Schaut Siegfried Schopf auf das Jahr 2011 zurück, so hat sich in Stemmern einiges gedreht und daran haben die Bürger, die Vereine, allen voran die Feuerwehr und die "Brandwächter", der Heimat-, der Schützenverein und der Gartenverein einen großen Anteil geleistet. "Unser Osterfeuer war wieder ein echtes Highlight, fand wieder einen großen Zuspruch, genau wie das Aufstellen des Maibaumes", erinnert sich Siegfried Schopf. Da ein Dorffest im klassischen Sinne finanziell nicht mehr zu schultern ist, kamen die Stemmeraner auf eine neue Idee. Sie hoben das "Gipfeltreffen" aus der Taufe. Auf dem höchsten Gipfel des kleinsten Sülzetal-Dorfes, auf dem Blockshorenberg, wurde ein Fest gefeiert. "Das Fest soll zur Tradition werden und dafür wünschen wir uns auch mehr Zuspruch", meint Siegfried Schopf.

Die Stemmeraner nehmen viele Dinge selbst in die Hand. So wurde mit viel Engagement und Eigeninitiative das Feuerwehrgerätehaus renoviert. Dabei wurden immerhin 150 Stunden geleistet. Großen Zuspruch fand die Senioren-Weihnachtsfeier. "Hier geht mein Dank vor allem an Sigrid Graeffe, die die Organisation in ihre Hände genommen hatte", meint Siegfried Schopf. Er freut sich, dass es in diesem Jahr endlich mit einer neuen Zuwegung zum Kindergarten geklappt hat und eine Gefahrenquelle beseitigt wurde. "Auch ist die Lärmbelästigung auf der B 246a verschwunden. Hier wurden die Kontrollschächte angehoben."

Für 2012 wünscht er sich, dass der Gemeinderat möglichst schnell gute Ideen findet, um den Haushalt rundzukriegen. "Nur so können dringend notwendige Aufgaben auch erfüllt werden. Und hier denke ich besonders an die Fassadendämmung in unserer Kita. Dieses Vorhaben wird seit Jahren verschoben", so Siegfried Schopf. Er macht sich für die Zukunft darüber Gedanken, wie die Ordnung und Sauberkeit in den Orten gewährleistet werden kann, wenn Ein-Euro-Jobber gänzlich wegfallen.

"Viel Geld ist in die Gestaltung der Orte mit vielen Grünanlagen geflossen. Für die Pflege müssen neue Wege gefunden, und die Idee von Pflegeverträgen sollte weiterentwickelt werden. Viele Bürger wären bereit, freiwillig die Grünanlagen vor ihren Grundstücken zu pflegen", weiß Siegfried Schopf zu berichten. Dann allerdings müssten auch für die Entsorgung von Grünschnitt neue Wege gefunden werden, wenn es beim Verbot des Verbrennens bleibt und leider unvernünftige Bürger durch "Entmüllungsaktionen" die Traditionsfeuer in Gefahr bringen.

"Wir werden wohl für das Osterfeuer Anlieferungstermine festlegen, um eine bessere Kontrolle zu haben. Andererseits schlage ich hier vor, dass die Gemeinde Schredder ausleiht und den Bürgern die Möglichkeit gibt, ihren Grünschnitt zu entsorgen", so Stemmerns Ortsbürgermeister. Mit Sorge sieht er den zunehmenden Müll-Tourismus auf den Feldwegen und fordert einerseits mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt und andererseits mehr Zivilcourage und Aufmerksamkeit der Bürger.

Siegfried Schopf weiß die gute Zusammenarbeit mit den Bürgern des kleinen Ortes zu schätzen. So kamen Hinweise, wo im Ort noch Bänke aufgestellt werden könnten. Mithilfe von Sponsoren soll nun der Bürgerwunsch erfüllt werden. Ein anderer Bürgerwunsch, den Siegfried Schopf auch im eigenen Interesse betont, ist die Breitbandversorgung. In Sachen Internet liegt Stemmern weit hinter dem Mond. Doch dieser Wunsch lässt sich leider nicht so einfach erfüllen, und hier ist die Gemeinde insgesamt gefordert. Allen Stemmeranern und Sülzetalern wünscht Siegfried Schopf ein erfolgreiches neues Jahr. Er bedankt sich bei allen, die seine Arbeit unterstützt und mit dafür gesorgt haben, dass Stemmern ein liebens- und lebenswertes Dorf ist und bleibt.

 

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