Die Anzahl ihrer Auftritte haben die Ceili(dh) Dancers in den letzten Monaten etwas reduziert, aber, dort wo sie auftreten, sorgen sie mit ihren schottischen Tänzen immer wieder für bewundernde Blicke.

Wanzleben/Seehausen l Mit flotten Schritten wirbelten die Ceili(dh) Dancers bei ihrem jüngsten Auftritt anlässlich des Weihnachtsmarktes in Seehausen über das Parkett des Sonnensaals. Bei aller Leichtfüßigkeit merkte man gar nicht, wieviel Disziplin dahintersteckt. Einmal in der Woche - immer mittwochs ab 19 Uhr in der Aula der Wanzleber Grundschule "An der Burg" - wird getanzt und trainiert.

In einem Urlaub in Schottland sind Maren und Lothar Rummel auf den Tanzstil gestoßen. "Wir wollten die Kultur kennenlernen und konnten dann auch schon einige Tänze mittanzen", erinnerte sich Maren Rummel. Wieder daheim wollten sie ihr neu entdecktes Hobby weiterpflegen, und so rief Lothar Rummel über die Volkshochschule einen Kurs unter dem Titel "Schottische Kultur in Musik und Tanz" ins Leben. Einige interessierte Mitstreiter fanden sich - genauer gesagt tanzten sie erst einmal zu sechst. Das war 1999 im Frühjahr.

Mittlerweile kamen auch neue Mitglieder dazu, andere sind wieder ausgeschieden, wie auch die dicke Chronik der vergangenen zwölf Jahre dokumentiert. "Besonders, wenn wir irgendwo aufgetreten sind, dann kamen immer wieder neue Tänzer dazu", so Lothar Rummel, der derzeit der "Hahn im Korb" zwischen den Tänzerinnen ist. Er würde sich über Zuwachs in der Tanzgruppe freuen, speziell auch von Männern. In der Vergangenheit haben sich hin und wieder auch mal Männer in der Tanzgruppe versucht, die dann aber nicht geblieben sind.

Tänze eignen sich mehr zum Mitmachen als zum Zugucken

Inzwischen sind einige der Tänzerinnen der Ceili(dh) Dancers aber so erfahren, dass sie sowohl den weiblichen als auch den männlichen Part tanzen können. "Man muss auch nicht als Paar tanzen, das läuft alles symmetrisch, das muss man im Kopf begreifen", meinte Lothar Rummel, der betonte, dass die Tänze eher etwas zum Mitmachen als zum Zuschauen sind. Ihr Know-How holen sich die Rummels nicht nur durch entsprechende Literatur, sondern auch durch Kontakte zu anderen gleichgesinnten Tanzgruppen.

Inzwischen waren sie auch schon dreimal zur Fortbildung in Schottland, wo vierwöchige Sommerkurse angeboten werden. "Ich habe auch schon Prüfungen von Scottish Dance-Lehrern gesehen und mir einige Ideen abschauen können", so Lothar Rummel, der diese Prüfung zwar nicht abgelegt, aber die Choreografie eines Tanzes schon selbst geschrieben hat.

Das schottische Tanzen ist sehr streng in seinen Regeln. Maren Rummel vergleicht ihn mit einer Kombination aus Ballettelementen und Volkstanz. "Aber es ist international", sagte Lothar Rummel und meint damit, dass man, wenn man die klar definierten Figuren kennt, in jedem Land tanzen kann. Bei den entsprechenden Bällen, die Tanzvereinigungen übrigens auch in Deutschland veranstalten, wird vorher das Tanzprogramm bekanntgegeben, so dass sich jeder Tänzer vorbereiten und dann mittanzen kann.

Auch für Neueinsteiger gibt es kein Problem beim Integrieren

Alle Tänze haben einen Namen und zumeist auch einen historischen Bezug. "Aber die Leute, die die Tänze tanzen, haben zumeist noch ihre eigene Vorstellung zu den Tänzen", erklärte Lothar Rummel und verriet, dass die Ceili(dh) Dancers einigen ihrer Tänze auch Spitznamen gegeben haben. Aber letztlich würde man durch die Bewegung lernen. "Es hilft, zu den anderen zu gucken, aber man muss beim Tanzen locker bleiben", so Lothar Rummel, der auch für Neueinsteiger kein Problem sieht.

Was die Übungsabende betrifft, so sind die Ceili(dh) Dancers in den vergangenen Jahren schon recht weit herumgekommen im südlichen Landkreis Börde. "Seit einiger Zeit sind wir aber in der Wanzleber Grundschule heimisch geworden", erklärte Lothar Rummel und seine Frau fügte hinzu: "Und im Sommer tanzen wir auf der Tanzfläche in unserem Garten in Seehausen." Der erste Tanzabend im neuen Jahr ist übrigens am 11. Januar.