Arneburg verliert künftig den Status als Grundzentrum. Demzufolge wackelt auch die Grundschule, die im Zuge der Schuldiskussion in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck als gesetzt galt.

Goldbeck l "Wir sprechen uns für Arneburg und Iden aus." Alf Diedrich brachte die Diskussion um künftige Schulstandorte in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck bei der Sitzung am Dienstag in Goldbeck in Gang. Und der Vorsitzende des Schulausschusses brauchte nicht lange auf einen Konter warten. "Zum Glück habe ich das nicht zu verantworten", sagte Michael Dihlmann, der sich vehement dafür einsetzt, dass so viele Grundschulen wie möglich für die Erst- bis Viertklässler aufrecht erhalten bleiben. "Das ist mein Wählerauftrag."

VG als grundzentraler Verflechtungsraum

"Wenn schon über zwei Standorte debattiert wird, dann über zwei zentrale", meint der Buscher Biolandwirt. Damit schiebt er gedanklich den Arneburger Standort, im Gegensatz zum von Diedrich erwähnten Vorschlag der CDU-Fraktion, ins Abseits. Und der an der Elbe gelegene Standort im Südosten der Verbandsgemeinde scheint im Vergleich zu anfänglichen Diskussionen auf einmal etwas ins Wanken zu geraten. "Arneburg ist Grundzentrum und muss daher als Voraussetzung eine Bildungseinrichtung vorhalten", hieß es noch vor einigen Tagen. Diese Aussage wurde von Verbandsgemeinde-Bürgermeister Eike Trumpf auf der jüngsten Zusammenkunft etwas relativiert: Zwar ist Arneburg noch Grundzentrum - aber im neuen Regionalen Entwicklungsplan eben nicht mehr. "Die Stadt erreicht nicht mehr die geforderte Einwohnerzahl." Auch die Überlegung, mit der Gemeinde Goldbeck zusammen ein gemeinsames Grundzentrum zu beantragen, würde an der Einwohnerzahl scheitern, so Trumpf. 3000 sind für ein Grundzentrum vorgeschrieben. Auch wenn dieser Wert aktuell noch erreicht wird, sagt die Zukunft etwas anderes aus. Wann der Regionale Entwicklungsplan jedoch festgezurrt wird und damit seine vollständige Aussagekraft besitzt, steht in den Sternen. "Das Verfahren beginnt erst jetzt", sagte Trumpf, der gestern bei der ersten Beratung der Planungsgemeinschaft mitwirkte. Angesichts des zu verlierenden Grundzentrums gäbe es neue Gedankenspiele. Offensichtlich sei es möglich, die gesamte Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck als grundzentralen Verflechtungsraum zu beantragen. Damit würde der Status innerhalb der VG nicht verloren gehen.

Also ist Arneburg als Schulstandort nicht mehr gesetzt?, fragten sich einige Anwesende, darunter auch Pädagogen, die die Diskussionen im Goldbecker Verwaltungsamt verfolgten. Man dürfe die jetzige Situation nicht gänzlich außen vor lassen, "da der alte Status noch nicht aufgehoben ist."

Das von VG-Hauptamtsleiter Ronny Gabel vorgestellte Konzept, bei der er keinen Grundschul-Standort vorschlug, vielmehr diverse Grundschul-einzugsbereiche bildete und diese einzeln beleuchtete, beinhaltete auch Zahlen, beispielsweise wieviele Kilometer der Nachwuchs auf dem Weg zur Schule zurücklegt. Schließlich spielt die Schülerbeförderung, die in Verantwortung des Landkreises ist, keine unerhebliche Rolle. "Unter Beibehaltung der derzeitigen Struktur werden 140 Mädchen und Jungen befördert." Das sind fast 50 Prozent der für das Schuljahr 2014/15 erwarteten 285 Schüler.

Neubau in Goldbeck oder Krusemark?

In seinem Konzept brachte Gabel auch die vier Vorschläge herein, die bereits heiß diskutiert werden. Als bisher "kleine Variante" steht ein Neubau in Goldbeck direkt neben dem Sekundarschul-Komplex mit vier Klassenräumen zur Diskussion. Vorstellbar ist für Krusemarks Bürgermeister Dirk Kautz auch ein Neubau in seiner Gemeinde, die sich relativ zentral im 300 Quadratkilometer großen VG-Gebilde befindet.

Auch ein Umbau der leerstehenden Sekundarschule Arneburg ist eine Alternative für einen zukunftsfähigen Grundschul-Standort. Ebenfalls mit Leben könnte laut Idener Schulförderverein die ehemalige Sekundarschule in Iden erfüllt werden.

Ausschuss-Mitglied Gabriele Andert gab zu Bedenken, dass nicht jede Klassenstärke mit maximal 29 Schülern angesehen werden sollte, wie sie im Konzept aufgeschlüsselt worden war. "Wir sollten in der Planung daran denken, die Klassen nicht mit 29 Schülern aufzufüllen."

   

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