Wieder einmal gab es ein "Kulturstückchen" im Herrenhaus Krevese. Dessen Besitzer Ralf Engelkamp und Rainer Kranz hatten Diana Kokot und deren Sohn Sascha zu Gast, die aus ihren neuen Gedichtbänden lasen.

Krevese l Viele Literaturfreunde waren der Einladung zu der Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Altmärkischen Heimatbundes gefolgt. Mit einfühlsamer Musik, passend zu den lyrischen Gedanken, ging Friedemann Lessing im Foyer der Stimmung nach. Die "Wollzauberinnen" Ingrid Jabke und Doris Milkert aus Schönberg setzten mit einer Ausstellung ihrer Filzarbeiten im Gelben Saal farbliche Akzente. Dort konnte man bei Kuchen, Schmalzstullen und Wein die Bücher der schreibenden Akteure kaufen und sich signieren lassen oder mit den Autoren plaudern.

Rechenschaft mit großer Offenheit

Ralf Engelkamp ging auf die zehn Jahre währende Bekanntschaft mit den Kokots ein, als er und Kranz als Neuankömmlinge anfingen, das Herrenhaus für ihr "Atelier offen" in Besitz zu nehmen. Damals habe Diana Kokot ein Exemplar ihres ersten Buches "An einem Sonntag ohne Ziffernblatt" mit der Widmung "Willkommen in der Altmark" überreicht, und der Sohn spontan beim Malern geholfen.

Während die Osterburgerin mit mehreren Lyrik- und Prosabänden sowie durch Mitarbeit an Erzähl- und an Gedichtbänden an die Öffentlichkeit getreten ist (jüngst mit dem Lyrikband "Jenseits der Jagd"), legte der in Leipzig als freiberuflicher Autor und Fotograf lebende Sascha, der mehrfach in Zeitschriften und Anthologien Gedichte veröffentlichte, jetzt unter dem Titel "Rodung" sein erstes Buch vor.

Norbert Lazay, der Vorsitzende des altmärkischen Heimatbundes hatte es übernommen, die Autoren und deren Bücher vorzustellen. "Vor zehn Jahren", erinnerte er, "hatte der Altmärkische Heimatbund Diana Kokots erstes Buch mit aus der Taufe gehoben. Auch in ihrem neuen Buch zeigt sich: Sie schreibt mit einer großen Offenheit, legt Rechenschaft ab über Schönes, Gelungenes und weniger Geglücktes."

Sohn findet seine eigene Sprache

Was den Sohn betrifft, so habe der "eine eigene Sprache, einen eigenen Rhythmus gefunden, die dem Leser deutlich machen: Hier hat einer etwas zu sagen. Er verdichtet Bilder des Lebens, die mit der Kamera aufgenommen sein könnten, bearbeitet sie lyrisch mit dem Zeitraffer." Beide widmen sich gleichen Themen, bearbeiten sie aber - und das ist bemerkenswert - auf individuelle Weise und aus unterschiedlichen Sichten. Ihre Stoffe stammen aus dem Alltäglichen, wie man sie findet, wenn man mit geschärften Sinnen und offen für Begegnungen mit Zeitgenossen durch das Leben geht. Da geben schon, ganz aktuell, die sich verändernden Beziehungen zwischen Mensch und Natur genügend Anknüpfungspunkte, um Ideen für Gedichte weiter zu entwickeln. Oder der Blick zurück in die Kindheit, in die Jugend, die zunächst voller Überraschungen war. Für die Geheimnisse der Liebe und vieles andere bietet die Poesie ein weites Feld. Beide Bücher sind ganz einfach ungewöhnlich und gut. Man ist neugierig auf das Weiterlesen.

 

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