Der Waschbär gilt in hiesiger Region als eine Plage. Die Waidmänner widmen sich verstärkt dem einst eingewanderten Kleinbären.

Königsmark l Die Jäger sind stolz auf ihre Trophäen. Allerdings sollten die Waidmänner nicht nur Geweihträger ins Visier nehmen, sondern auch die hiesigen Problemfälle bejagen. Dazu zählt zweifelsohne der Waschbär. Sven Laaß, Leiter des Hegerings Königsmark, weiß um die Schwere und den Aufwand der Aufgabe, den Einwanderer aus Nordamerika in seiner sich ständig wachsenden Population einzudämmen.

"Ein Jäger zu sein, bedeutet nicht nur die Ausübung eines Hobbys, sondern auch viel Arbeit", sagt der Dobbruner, der die zunehmende Verbreitung der Waschbären als "absolute Plage" bezeichnet. Der 45-Jährige erinnert sich an eine kleine Episode aus Kindheitstagen. "1974 wurde der erste Waschbär im Raum Königsmark erlegt. Das war eine kleine Sensation." Der Balg wurde damals auf jeder Schau bewundert. Auf die große Waschbär-Familie würden die Waidmänner heute gern verzichten. Die bis zu sechs Kilogramm schweren Allesfresser treten mit dem heimischen Raubwild in Nahrungskonkurrenz und sorgen zusätzlich für Verluste beim Niederwild. Waren es 1999 um die 100 Waschbären, die im Bereich der Jägerschaft Osterburg erlegt wurden, explodierte die Zahl einige Jahre später förmlich: In der Statistik der Jägerschaft des Jagdjahres 2012/13 stehen 2596 dieser Tiere zu Buche. Und damit an erster Position.

Zahl der Fasane und Rebhühner steigt

Das belegt, dass die Verantwortlichen handeln. Sven Laaß, der im Königsmarker Revier in den 80er Jahren seine ersten jagdlichen Kenntnisse erwarb, setzt bei der Jagd nach den Kleinbären auf Fallen. Allein sieben sind es rund um Dobbrun, die er regelmäßig befüllt, um den Feind in jene tappen zu lassen. Und was hilft am besten, um ihn anzulocken? "Rosinen gehen gut. Aber eine Nutella-Stulle macht es auch." So sind es jährlich um die 50 Exemplare, die er fängt. Die meisten werden im Werbener Revier erlegt; dort würden sie in der Elbniederung optimale Voraussetzungen vorfinden.

Und die ersten Erfolge haben sich seiner Meinung nach bereits durch die intensivere Bejagung eingestellt. Es gebe wieder vermehrt Fasane und Rebhühner. In den vergangenen Jahren beobachtete Sven Laaß, der nicht nur in Dobbrun oder um Königsmark jagt, sondern auch im Drüsedauer Raum aktiv ist, dass der Bestand an Rehwild und auch an Schwarzwild leicht zurück gegangen ist. "Das ist sicherlich von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich", relativiert der passionierte Jäger. Die vergangenen drei harten Winter seien für ihn ausschlaggebend für die sinkende Zahl der Rehe. Bei den Schwarzkitteln kritisiert Laaß die "nicht immer richtige Bejagung laut Richtlinie". Und die besage, dass mehrheitlich Frischlinge zur Strecke gebracht werden sollten.

Drei Viertel des jeweils zum 1. April beginnenden Jagdjahres sind absolviert. Und es ist laut Laaß absehbar, dass die Abschussquoten im Königsmarker Hegering erreicht werden.