Der mutmaßliche Dieb, der Jacken aus Schulen und Tagesstätten gestohlen haben soll, beschäftigt weiter die Osterburger Polizei. Nach neuesten Erkenntnissen war der 23-jährige Mann schon vor Jahren in strafbare Handlungen verstrickt.

Osterburg l Von den 200 sichergestellten Jacken, die bei einer Hausdurchsuchung bei einem 23-jährigen Osterburger aufgefunden worden waren, konnten einige bereits an die Besitzer übergeben werden. Im Schulungssaal des biesestädtischen Revierkommissariats präsentierte die Polizei Anfang November das Diebesgut (wir berichteten). Nach aktuellem Stand sind es noch 135 Kleidungsstücke, die den entsprechenden Personen nicht zugeordnet werden konnten.

Deshalb ist die Akte noch nicht zu. Dieter Hohndorf, Leiter des Kriminaldienstes, spricht mit Blick auf die Ergebnisse dieses Falles, der speziell an den Schulen und Kindertagesstätten im Raum Osterburg, Seehausen, Goldbeck, Rochau und Stendal für Aufregung sorgte, dennoch von einem Erfolg. Die Ermittlungen dauern aber an. Denn Hohndorf und sein Team hoffen, mehr Details zu den Vorfällen zu erfahren, um weitere Jacken an die Besitzer übergeben zu können.

Vernehmungen hatten ergeben, dass der Tatverdächtige bereits "seit einigen Jahren" in Kindereinrichtungen Kleidung entwendete. Konkreter wollte sich Hohndorf nicht äußern, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Allerdings lässt die Aussage "Einige, die damals bestohlen wurden, könnten heute bereits in der Lehre sein" erahnen, dass sich der heute 23-Jährige bereits in frühen Jugendjahren strafbar machte.

Wie Hohndorf berichtete, beschränkten sich die kriminellen Handlungen nicht nur auf die Osterburger Region und den Landkreis Stendal, sondern auch auf angrenzende Landkreise. Neue Erkenntnisse erhofft sich die Polizei durch Schulen und Träger von Kindereinrichtungen, die angeschrieben wurden oder noch angeschrieben werden. "Wir wünschen uns natürlich, dass sich weitere Erfolge einstellen und wir die strafbaren Handlungen zuordnen können, damit die geschädigten Personen ihre Jacken zurückerhalten." Die Kleidungsstücke befinden sich derzeit noch im Asservatenraum des Osterburger Revierkommissariats.

Anfang November glich der Schulungsraum einer Textilabteilung, als die Kleidung begutachtet werden konnte und einst Bestohlene ihre Sachen wiederentdeckten. Eine nochmalige Präsentation der eingelagerten Jacken schließt Dieter Hohndorf zwar nicht aus. Allerdings setzt der Kriminalexperte seine größten Hoffnungen auf die angeschriebenen Schulen und Kitas. "Wir müssen erst einmal die Resonanz auf diese Aktion abwarten." Nach Auswertung dieser Ergebnisse werde entschieden, ob ein zweiter Besichtigungstermin in Frage kommt. Eltern, die unter den sichergestellten Sachen ein Kleidungsstück ihres Kindes vermuten, könnten sich dennoch an das Revierkommissariat wenden. "Eine Terminabsprache ist natürlich immer möglich."

Der Täter befindet sich bis zur Hauptverhandlung auf freiem Fuß. Gefasst wurde er bei einem Diebstahl in der Grundschule Groß Garz. Mit einem Vorwand hatte sich der junge Mann Zugang in die verschlossene Einrichtung verschafft.