Statt in den Saal der Osterburger Stadtverwaltung zu pilgern, führten die Schüler und Lehrer der Anne-Frank-Schule ihr Weihnachtsprogramm gestern Vormittag zum ersten Mal in der eigenen Aula auf.

Osterburg l "Das ist besser als ein Sechser im Lotto", schwärmte gestern der Leiter der Förderschule "Anne Frank", Helmar Jahnke, am Rande des Weihnachtsprogrammes, das Schüler und Lehrer zum Ende jeden Jahres auf die Beine stellen.

In der Tat. Mit dem Umzug zu Beginn des neuen Schuljahres in die sanierte ehemalige Berufsschule an der Düsedauer Straße verfügt die Bildungseinrichtung in Trägerschaft des Landkreises Stendal nicht zuletzt dank des KonjunkturpaketesII nun über attraktivere Unterrichtsräume, dazu über eine kleine Sporthalle und ein Stockwerk höher über einen Saal, der sich vom ehemaligen Schulrestaurant zu einer richtigen Aula gemausert hat.

Das Parkett ist ausgebessert und frisch versiegelt, der Raum hat eine Bühne bekommen, die Beleuchtung ist erneuert, die Fenster können verdunkelt werden, von der Decke hängt ein Beamer, der mit Rechnern und sogar Internet gekoppelt werden kann, neue Tische und Stühle sind quasi schon in Reichweite. Kein Wunder, dass Jahnke auf die vergangenen Wochen und Monate zurückblickend allen Grund zum Strahlen hat.

Der Quantensprung bei der Immobilie und ihrer Ausstattung beflügelte offenbar auch viele und vor allem auch ältere Schüler, die sich nach einer Pause wieder im Schulchor engagieren, der nach einer Generalprobe in der Osterburger Volkssolidarität gestern mit seinem Programm vor Altersgenossen, den Pädagogen und deren ehemaligen Kollegen eine erfolgreiche Premiere absolvierte. Das bunte Spektakel, dem sich die Weihnachtsfeiern in den Klassen anschlossen, wurde traditionell durch ein Theaterstück vervollständigt, das einige Lehrer einstudiert hatten. Und zwar unter der Regie von Christine Neumann, die sich im Dorftheater Gladigau engagiert und sich dort auch die Inspiration für das Stück "Aufruhr im Himmel" holte, das sie aber den Mitwirkenden und der modernen Einrichtung sozusagen auf den Leib schrieb.

Wie bei dem gleichnamigen Kinderstück fing alles damit an, dass die Wichtel und Engel die aus ihrem Urlaub heimgekehrten Knecht Ruprecht und Weihnachtsmann nicht mit gepackten Geschenken und einem geschmückten Baum, sondern mit Streikparolen empfingen. Aber auch da hieß es schließlich "Ende gut, alles gut".

 

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