Mit einem rundum gelungenen Konzert stimmte der Seehäuser Männerchor am Freitagabend auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Die Sitzplätze in der Salzkirche reichten bei weitem nicht, so viele Zuhörer waren erschienen.

Seehausen l Selbst die Stehplätze wurden knapp. Auch auf der Bühne standen die Gäste dicht gedrängt, um dem traditionellen Adventskonzert des Männerchors beizuwohnen. Zum Auftakt sang das rund 20-köpfige Ensemble "Kyrie" aus der Cäcilienmesse von Charles Gounod. "Unser Adventskonzert fand im Jahr 2000 erstmals statt. Seither ist es der jährliche Höhepunkt in der Reihe unserer Auftritte. Und der große Zuspruch bestärkt uns darin, diese Tradition fortzuführen", brachte der Chorvorsitzende Jürgen Ulrich seine Freude über die überwältigende Besucherresonanz zum Ausdruck.

Und er fügte hinzu: "Wir führen heute die Cäcilienmesse von Charles Gounod erstmals vollständig auf." Gesagt getan. Unter der Leitung von Sven Peuker erklangen nacheinander die Stücke "O salutaris hostia", "Sanctus Benedictus", "Agnus Dei" und schließlich "Gloria". Die allesamt auf Latein vom Chor bravourös einstudierten und vorgetragenen Stücke beeindruckten das Publikum sichtlich. So lange Tradition wie das Konzert selbst hat die Auszeichnung langjähriger und verdienstvoller Sänger bei dieser Gelegenheit. Jürgen Ulrich überreichte seinem Sangesbruder Helmut Bittner unter dem Beifall der Besucher eine Urkunde für 40 Jahre aktive Chormitgliedschaft. "Eigentlich sollten heute auch Karl-Heinz Günther und Rolf Mennecke ausgezeichnet werden - für ihre jeweils 60-jährige Sängertätigkeit. Leider sind beide kurzfristig erkrankt. Wir werden die Ehrungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen", so Ulrich.

Danach sang der Chor unter anderem "Singt Gloria" und "Tochter Zion" von Georg Friedrich Händel. Mit "Es ist ein Ros entsprungen" erklang ein weiterer, anspruchsvoller Weihnachtslied-Klassiker. Anschließend trat Martin Ulrich nach vorn und rezitierte ein ernstes, hintergündiges Weihnachtsgedicht von Heinrich Federer mit dem Titel "Und kämest du wieder".

War das bisherige musikalische Programm dank der zahlreichen Männerstimmen überwiegend klangstark, wurde es nun deutlich leiser. Bodo Behrend trug mit klarer, gefühlvoller Tenorstimme "Ave Maria" von Franz Schubert vor - begleitet von Sven Peuker am Piano. Begeisterten Applaus gab es dafür von den Zuhörern. "Stille Nacht" sangen dann Chor und Besucher gemeinsam. Es folgten weitere anspruchsvolle, aufs Weihnachtsfest einstimmende Stücke - unter anderem von Friedrich Mendelssohn-Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven, die zum Teil von einer kleinen Chorbesetzung vorgetragen wurden.

Festliche Werke und weihnachtliche Lieder, dargeboten vom gesamten Ensemble, komplettierten das rundum gelungene Konzert. Chorleiter Sven Peuker stellte einmal mehr auch seine Klasse als Sänger unter Beweis - die Strophen selbst singend (zum Publikum gerichtet) und im Refrain dirigierend. Für den lang anhaltenden, stehenden Applaus bedankte sich Jürgen Ulrich und sagte: "Am 9. Januar ist unsere nächste Chorprobe. Wir freuen uns über jeden, der hinzu kommt, um unsere Reihen zu stärken."

Sven Peuker ergriff ebenfalls noch einmal das Wort und lobte seine Sänger für die harte, aber erfolgreiche Probenarbeit der zurückliegenden Monate. "Oh du fröhliche" sangen dann noch einmal alle Anwesenden in der Salzkirche gemeinsam. Das begeisterte Publikum verlangte dann dem Chor erfolgreich noch eine weitere Zugabe ab.

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