Ausgerechnet Heiligabend ereignete sich auf der B189 bei Seehausen ein schwerer Verkehrsunfall. Die traurige Bilanz: zwei Tote und zwei schwerst Verletzte. Ein Drama für die betroffenen Familien. Aber auch die beteiligten Einsatzkräfte werden die Eindrücke wohl nicht so schnell vergessen können.

Seehausen/Vielbaum l "Eigentlich war meine ganze Familie Heiligabend gut in Festlaune, denn es gab auch einen Geburtstag zu feiern. Die Bescherung war vorbei und ich habe gerade mit meinen Kindern und der neuen Eisenbahn gespielt. Da kam die Alarmierung", beschreibt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen, Enrico Schmidt, der am Freitagabend auch der Einsatzsleiter war, gegenüber der Volksstimme den Abend.

Wie er weiter ausführt, war die Unfallmeldung um 20.53 Uhr bei der Leitstelle Stendal eingegangen. Die Alarmierung der Feuerwehr Seehausen und der Feuerwehr Krüden/Vielbaum erfolgte um 21 Uhr. Erstere fuhr mit fünf Fahrzeugen und insgesamt 28 Kameraden zum Ort des Geschehens; letztere mit einem Fahrzeug und 14 Mann Besatzung. Neben Feuerwehr und Polizei waren zudem drei Rettungstransport- und zwei Notarztwagen im Einsatz. Auch aus der Prignitz kam Unterstützung.

Schmidt: "Sechs Minuten nach der Alarmierung waren wir mit den ersten drei Fahrzeugen bereits am Unfallort. Uns bot sich ein Bild des Schreckens." Die erste Aufgabe für die Seehäuser Kameraden war es, die drei Personen aus dem verunfallten Pkw Mitsubishi einer Osterburger Familie zu holen. "Dazu mussten wir zwei komplette hydraulische Geräte einsetzen. Leider konnten wir nur eine Person aus dem Fahrzeug retten. Die beiden anderen konnten nur noch tot geborgen werden", erläutert Schmidt weiter. Während der Rettungsarbeiten sorgte ein weiteres Vorkommnis für zusätzliche Aufregung: eine Angehörige eines der Unfallopfer hatte sich gemeldet, die ihren Sohn vermisste. Die Person musste daraufhin in der Umgebung noch gesucht werden. Aber kurz danach stellte sich dieser Umstand als Irrtum heraus. Die vermisste Person befand sich schon auf dem Weg zum Krankenhaus. Nach den kräftezehrenden und mental nahe gehenden Rettungsarbeiten war es die Aufgabe der Feuerwehr Seehausen, die gesamte Einsatzsstelle großflächig auszuleuchten, damit die Polizei die Unfallaufnahme vornehmen konnte. Mit vor Ort waren auch zwei Notfallseelsorger. Sie kümmerten sich insbesondere um die Angehörigen der Unfallopfer, aber auch um einige der beteiligten Einsatzkräfte.

Der Einsatz für die meisten der Feuerwehrkameraden dauerte insgesamt drei Stunden. Die letzten Kameraden der Feuerwehr Seehausen rückten um 0.05 Uhr ab. Die Einsatznachbereitung im Seehäuser Gerätehaus (in Anwesenheit eines Seelsorgers) dauerte noch bis 0.45 Uhr. Als positiv hebt Enrico Schmidt die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, Polizei und den Einsatzkräften der Feuerwehr hervor. "Aber das kann nicht über den für alle Beteiligten dramatischen Abend hinwegtrösten. Für mich persönlich war das Weihnachtsfest in diesem Jahr gelaufen. Denn das eigentliche Nachgrübeln über ein solches Unglück beginnt oft erst am nächsten Tag", schildert der Wehrleiter seine Erfahrungen. Aus diesem Grund wird es für die beteiligten Feuerwehrkameraden in dieser Woche auch noch eine notfallseelsorgerische Nachbereitung der Ereignisse geben.

Unfälle in Sachsen-Anhalt zu Weihnachten

Zahlreiche Unfälle auf den Straßen in Sachsen-Anhalt zu Weihnachten. Einige davon endeten schwer.
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    Quelle: Roberto Abramowski

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    Quelle: Roberto Abramowski