Natürlich gibt es keinen 3. Weihnachtsfeiertag. Dennoch: In Düsedau ging es am Dienstagabend in der Kirche dank Familie Sommer noch einmal weihnachtlich zu.

Düsedau l Texte und Musik zum Festausklang lockten das dritte Jahr in Folge Gemeindemitglieder und Gäste am 27. Dezember in das Düsedauer Gotteshaus.

Dort steht eine Orgel, die überholt werden müsste. Schließlich funktioniert das Pedal nicht mehr. Trotzdem erklangen am Dienstag Orgeltöne, die für heimelige Atmosphäre sorgten. Der Superintendent i.R. Michael Sommer hatte mit Ehefrau Margarete und den drei Söhnen Sebastian, Martin und Friedemann ein Programm vorbereitet, das auch die Orgel "zu Wort" kommen ließ. "Die Freundin von Friedemann spielt die dritte Hand", flüsterte Margarete Sommer während der Eröffnung mit Moritz Brosigs "Weihnachtspastorale". Ein Stück, das Anfang des 19. Jahrhunderts komponiert wurde. Die genannte Franziska Jahn hatte bereits in den Vorjahren mit ihrem Geigenspiel begeistert und zeigte am Dienstag mehr von ihrer Kunst. Der Chor stimmte als erstes "Maria durch den Dornwald ging" an. Da hatte die Gemeinde bereits "Herbei, o ihr Gläubigen" gesungen. "Wir wollten einen Termin, den andere nicht haben, aber da mein Sohn Sebastian in Berlin Kantor ist und gestern noch einen Auftritt hatte, wäre es auch nicht früher gegangen", erzählte Michael Sommer. Und durch noch ein Merkmal unterschied sich dieser Festausklang von Gottesdiensten am Heiligen Abend: Es kamen Bibeltexte und Lieder zu Gehör, die selten zur Christvesper gesungen werden, wie zum Beispiel "Es ist ein Ros entsprungen, "Bereite dich Zion" und "Der Morgenstern". Besonders schön findet Michael Sommer das Wunschliedersingen mit der Gemeinde, womit der Abend endet.

"Wir hoffen, dass es mit der Orgel im nächsten Jahr losgeht", so Sommer. 15000 Euro wird die Restaurierung mindestens kosten, die Hälfte der Summe kam dank Orgelspenden schon zusammen. Zwei Fördermittelanträge muss Sommer noch abwarten, zum einen an die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands, zum anderen an die Evangelische Kirche Deutschlands. Beim letzten Mal wurde der Antrag abgelehnt, aber der Superintendent i.R. sieht positiv in die Zukunft.

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