Werben (igu) l Die Fotos zeigen Demonstranten beim Friedensmarsch, halten einen Moment auf dem Kölner Bahnhof fest und zeigen Besucher eines Konzertes mit Dizzy Gillespie. "Die Bilder erzählen Geschichten", sagte Ingrid Bahß bei der Vernissage zu den Besuchern, die sich in der Werbener Salzkirche von dem künstlerischen Nachlass von Bernhard Rapp (1954 - 2009) ein Bild machten.

Die Werbenerin Anja Rose arbeitet an einem Roman, möchte Neugierige teilhaben lassen an dem Menschen und Künstler, den sie liebte, der 2009 an Krebs verstarb und der am 29. Mai 58 Jahre alt geworden wäre. Bernhard Rapp war damals in Werben angekommen, "kaufte sich nicht zufällig ein Haus" in dem Städtchen. Die Liebe verschlug den Künstler an die Elbe. Und dort erinnert eine Exposition an ihn und seine Aufnahmen. Anja Rose, die Passagen aus dem Roman-Manuskript "Mein Engel, der mich trägt" am Sonnabend vorlas, übergab dem Ehepaar Bahß mehr als 3500 Negative, der größte Teil Schwarz-Weiß-Fotografie.

Ingrid Bahß sprach von "enormem Arbeitsaufwand", die Negative auszuwählen und zu scannen. "Es war eine Entdeckungsreise, die uns fesselte", berührten sie und ihren Ehemann die Bilder. "Die Fotos erinnern uns an Gespräche mit Bernhard."

Rapp gab seinen Gedanken und Gefühlen eine künstlerische Form. Er hätte es verstanden, Bildern ein Gesicht zu geben. "Ohne geübten Blick hätten diese nicht entstehen können." Neugierige können noch bis 15. Juni die "Spiegel feature" genannte Ausstellung in der Salzkirche in Augenschein nehmen.

Aus gutem Grund wählten die Organisatoren den Musiker Eric Zeiler aus, der die Vernissage bereicherte. Der Kölner ist für seinen Blues mit der Mundharmonika bekannt, so wie ihn auch Rapp liebte. Bereits am Freitagabend trat er in der Sakristei der Johanniskirche in Werben auf.

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