Salzwedel (me) l Die Gemeinschaftsunterkunft des Altmarkkreises mit ihren 60 Plätzen ist seit anderthalb Jahren "ausgebucht", wie Landrat Michael Ziche im Kreis-Ordnungsausschuss berichtete. Seit den politischen Unruhen in Nordafrika sind es vor allem Flüchtlinge aus den betroffenen Staaten, die aufgenommen werden - vielfach ganze Familie, oft mit mehreren Kindern. Ihnen sei nicht zuzumuten, in der Gemeinschaftsunterkunft mit den doch eher beengten Räumlichkeiten zu leben. "Wir hatten eine Familie aus Syrien mit sechs Kindern", nannte Dezernent Hans Thiele ein Beispiel. Deshalb gehe der Altmarkkreis seit längerem neue Wege und bringe Familien in Wohnungen unter. Dafür sei das Sozialamt zuständig.

Ein neuer sechsseitiger Runderlass des Landes zur Ausstattung der Gemeinschaftsunterkünfte habe daher keine Auswirkungen auf den Altmarkkreis. "Wir werden das auch so weiterführen, denn aus meiner Sicht werden es nicht weniger, sondern eher mehr Asylbewerber", schätzte der Landrat ein.

Das treffe nicht nur auf den nordafrikanischen Raum zu. Vor allem aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien würden mehr Menschen in Deutschland leben wollen. Das sei auch im Altmarkkreis zu spüren. Auch wenn diese Einwanderer dann kein dauerhaftes Bleiberecht erhalten, müssten sie erst einmal untergebracht werden.

Finanzielle Auswirkungen gebe es zudem nach dem Entscheid des Bundesverfassungsgerichtes, auf dessen Grundlage die Leistungen für Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber auf das Niveau von Sozialhilfe und Hartz IV angeglichen werden müssen, betonte Ziche.