Salzwedel l Der Intendant des Theaters der Altmark (TdA), Alexander Netschajew, war Mittwoch in besonderer Mission unterwegs. Er lernte die Hansestadt als wichtigen Gastspielort seines Theaters näher kennen und traf sich mit Salzwedeler Mitgliedern des Fördervereins. Davon gibt es noch zu wenige, wie Vereinsmitglied Ingrid Ringleb betonte. Sie hatte den Intendanten begleitet, mit ihm Oberbürgermeisterin Sabine Danicke und den Chef des Kultur-Eigenbetriebs Joachim Mikolajczyk getroffen. Auch ein Abstecher in die Baumkuchenfabrik und zu André Rummel, Chef der Salzwedeler Niederlassung der Industrie- und Handelskammer, gehörten zum Programm, ehe Netschajew am Abend mit den Fördervereinsmitgliedern über Aktuelles und die Zukunft des Theaters sprach. "Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft", sagte Ingrid Ringleb, die regelmäßig Unternehmerstammtische organisiert. Das Theater als wichtige Säule der Kultur in der Region müsse unbedingt erhalten bleiben und auch finanziell wieder gestärkt werden, so Ringleb.

"Weniger geht nicht."

Alexander Netschajew

"Es war heute ein guter Tag für mich, mit vielen wichtigen Informationen", sagte Netschajew. Er versprach, dass das Theater der Altmark seinem Namen gerecht werden wolle und es mehr Aufführungen in der westlichen Altmark geben soll. Auch an kleineren Spielorten, mit angepassten Inszenierungen und Besetzungen. Als Beispiel nannte er die Klassenzimmerstücke, bei denen oft nur ein bis drei Schauspieler unterwegs sind, um die Schulen in ein Theater zu verwandeln. Dieses Angebot sei noch nicht ausgeschöpft worden.

So habe der Altmarkkreis 30000 Euro für die Zwecke in seinen Etat eingestellt, die im vergangenen Jahr nicht ganz verbraucht worden sind.

Was die Finanzierung des Theaters anbelange, sei das untere Limit erreicht. "Weniger geht nicht, oder wir können bestimmte Dinge nicht mehr leisten", betonte der Intendant. Als Beispiel nannte er, das große Haus zu bespielen oder klassische Stücke aufzuführen, für die nun einmal mindestens zwölf Schauspieler gebraucht würden. Momentan habe das TdA elf fest angestellte Schauspieler. In allen Bereichen sei die Personalstärke auf ein Minimum zurückgefahren.

Vor der Stadt Stendal ziehe er den Hut, dass sie das Theater erhält und unterstützt. Und inzwischen sei der Tenor nicht mehr, "das TdA hat ein Defizit erwirtschaftet, sondern es ist unterfinanziert". Wenn das Land die Zuschüsse aus den Kreisen und von der Stadt verdoppele, sei viel erreicht. "Und wir könnten auch wieder das eine oder andere anwenden", betonte Netschajew. Er sei optimistisch, dass es zumindest nicht schlechter werde, was die Finanzen anbelange. "Denn ohne das Theater wäre die Welt ein Stück ärmer", appellierte er an die Altmärker, sich für ihre Bühne zu engagieren. So im Förderverein, der insgesamt 85 Mitglieder hat.

An der Zusammenkunft nahm auch Martina Peters aus Dähre teil. Sie unterbreitete dem Intendanten ein Angebot. Auf ihrem parkähnlich angelegten Grundstück könne es Theateraufführungen geben. Sie habe darüber nachgedacht, als sie im Kloster Arendsee ein Stück erlebte. Ihr Gelände sei geeignet, es gebe eine Senke, in der die Bühne stehen könnte. Sie hatte eine Mappe mit Ideen und Vorschlägen dazu vorbereitet. "Ich sehe schon, mein nächster Besuch in der westlichen Altmark führt mich nach Dähre", antwortete Netschajew.