Die Bustour des Netzwerkes "EnergieBildung in der Altmark" zu Projekten, die sich mit erneuerbarer Energie beschäftigen, ist gut angenommen worden. 24 Interessenten nahmen am Sonnabend teil.

Salzwedel l "Die neue Technik finde ich sehr interessant. Hier habe ich mal die Gelegenheit, mehr darüber zu erfahren, wie es beispielsweise funktioniert, ein Dorf mit der Wärme aus einer Biogasanlage zu versorgen. Und auch auf den Windpark bei Lindstedt bin ich neugierig", sagte Hannelore Weißbach. Der studierte Energietechniker Holger Köhn nahm aus Interesse das Angebot wahr. Er brachte seine Tochter Svenja Engel mit, die überlegt, ausbildungsmäßig in diese Richtung zu gehen. "Ich möchte mir die praktische Anwendung mal ansehen", fügte sie hinzu.

Jürgen Niemann, Vorstandsvorsitzender der "BürgerEnergieAltmark"(BEA)-Genossenschaft, begrüßte die Teilnehmer auf dem einstigen Chemiewerksgelände an der Gardelegener Straße. Hier ist durch Teilhabe der Bürger ein Photovoltaikpark entstanden. "Mehr als 2500 Module aus Thalheim gehören zur Anlage", erklärte er. Bis zu 250 Haushalte könnten mit dem hier gewonnenen Strom versorgt werden. "Auf der Fläche, unter der sich Bauschutt des ehemaligen Chemiewerkes befindet, durfte nicht gerammt werden. Deshalb stehen die Module auf schweren Fundamenten", erklärte Jürgen Niemann.

Er berichtete, dass im Januar und Februar dieses Jahres weniger Strom als erhofft erzeugt worden sei. Es habe einfach an Sonne gefehlt. Allerdings bestehe Hoffnung. "Wenn wir jetzt im April noch zwei Sonnentage habe, dann ist das Defizit wieder ausgeglichen", verriet der Vorstandsvorsitzende.

Ein Teilnehmer fragte, wie es sei, wenn Schnee auf den Modulen liege. "Dann können wir mit einem speziellen Besen fegen", antwortete Christfried Lenz. Allerdings müsse der genaue Zeitpunkt abgepasst werden: Wichtig sei, dass die Sonne kurz darauf für Wärme sorge, damit der Rest abtaue. "Wenn der Schnee angefroren ist, macht das aber alles keinen Sinn", fügte Christfried Lenz hinzu.

Jürgen Niemann erzählte, dass bald eine kleine Herde Schafe für das Kurzhalten der Gräser sorgen werde. "Es gibt kaum Geräte, bei denen man sich sicher sein kann, dass kein Stein fliegt. Dadurch können Module Schaden nehmen", begründete er das Nutzen der Öko-Rasenmäher.

Die angepeilte Lebensdauer der Anlage liege bei 25 Jahren, beantwortete er eine Frage von Heiko Köhn. Der Abstand zwischen den Modultischen betrage sieben Meter. Es sei so berechnet, damit möglichst der Schein der tiefstehenden Wintersonne noch auf die kompletten Flächen falle.

Christine Schulenburg, die selbst Genossenschaftsmitglied der BEA ist, freute sich schon auf die weitere Tour. Die Idee von Tangeln finde sie gut. Auf die dortige Stromerzeugung war auch Ingmar Kettmann neugierig.

Der Bus stoppte im Bioenergiedorf Tangeln, wo durch eine Bioenergieanlage die Bewohner mit Wärme und Strom versorgt werden. Dort sollen zudem drei Bürgerwindanlagen aufgestellt werden. Eine energetische Dorfführung im Ökodorf Sieben Linden bei Poppau schloss sich an. Den letzten Zwischenstopp gab es in einem Windpark bei Lindstedt.