Püggen (ap) l Auf die Bohrstelle nahe Püggen, die in Fachkreisen die Bezeichnung Bohrung Püggen 1L trägt, zieht wieder Leben ein. Im Frühjahr dieses Jahres hat es dort bereits eine Erdgas-Erweiterungsbohrung gegeben (die Volksstimme berichtete). Der Eigentümer, die GDF Suez E P GmbH aus Lingen, hatte an die Erdöl-Erdgas-Workover GmbH den Auftrag erteilt, die vorhandene Bohrung teilweise mit Zement zu verfüllen. Vom Stammloch aus sei in einer Tiefe von 3300 Metern eine Ablenkung zum Erdgasvorkommen gebohrt worden, teilte Hanna Jansky von der GDF Suez mit. In rund 3570 Metern Tiefe gebe es eine Lagerstätte, die nun erschlossen werden solle.

Als nächstes stehe das Säubern des Bohrloches an, informierte Hanna Jansky. "Dabei werden Zementreste entfernt, die bei den Arbeiten zur sicheren Verankerung der Bohrungsverrohrung im Gestein angefallen sind und auf den Rohrinnenwänden anhaften", teilte sie mit. Hierzu werde ein biegbares Stahlrohr in die Bohrung eingeführt, das auf Rollen antransportiert werde. Durch dieses werde Wasser eingeleitet. Diesem werde ein Verdickungsmittel zugesetzt, durch das die Reinigungswirkung verbessert werden könne. Wenn dieses Gemisch wieder aufsteige, würde es Ablagerungen auf den Innenwänden des Rohres mit nach oben befördern. Das geschehe in einem geschlossenen System, machte die Sprecherin deutlich.

Nach Abschluss dieser Arbeiten erfolge der Fördertest. Dieser solle im September umgesetzt und von geophysikalischen Messungen begleitet werden. Der Test solle Aufschlüsse darüber geben, wie es um die Lagerstätte bestellt sei und ob sie eine Perspektive biete, dass sich eine Erdgasproduktion an diesem Standort wirtschaftlich lohne, informierte Hanna Jansky.

Wenn alles ausgelotet sei, komme gegebenenfalls eine kleinere Bohranlage zum Einsatz, um die Förderrohre so zu integrieren, damit sie an die zu erwartende Produktion angepasst werden könne.

Landesbergamt überwacht die Arbeiten

Das Lingener Unternehmen rechnet damit, dass die Vorarbeiten bis Oktober andauern werden. Die Pressesprecherin betont, dass keine Fracking-Maßnahmen genutzt wer- den, um die Ausbeute zu steigern.

GDF Suez möchte an diesem Standort bei Püggen weiteres Erdgas im Altmark-Feld fördern. Dieses solle in Sachsen-Anhalt zur Energieversorgung dienen. Die Genehmigung erfolge durch das Landesbergamt, deren Mitarbeiter auch die Aufsicht über das Geschehen haben. Spezialisierte Fachunternehmen werden die Arbeiten ausführen, teilte die Pressesprecherin mit.