Salzwedel l Nachdem am Abend in der Disco reichlich Alkohol geflossen ist, kam es später vor der Tür des Clubs zur Schlägerei. Am Dienstag mussten sich zwei Salzwedeler wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Beide sollen am 9. März einem 22-Jährigen zuerst auf den Hinterkopf geschlagen und dann das am Boden liegende Opfer getreten haben.

"An diesem Abend war ich ziemlich betrunken", erinnert sich Steffen B. (Namen geändert) während der Vernehmung. Er könne sich nur noch an einzelne Bilder und Bruchstücke des Abends im März erinnern, so der 26-jährige Angeklagte. Bereits vor dem Discobesuch hatte Steffen B. etwa eine halbe Flasche Whiskey mit Cola getrunken, anschließend hätte er viel durcheinander getrunken, wie er sagt. "Ich kann mich nicht erinnern geschlagen zu haben", so der 26-jährige Angeklagte. Vielmehr sei er selbst zu Boden gebracht und verletzt worden, als er versuchte, einen Streit zu schlichten. So schilderte es Steffen B., der unter anderem bereits wegen Diebstahl, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorbestraft ist, während der Vernehmung.

"Ich war weder dabei noch beteiligt."

"Bei der Tat war ich weder dabei noch beteiligt. Ich kam erst später hinzu", sagte Marius J., der zweite Angeklagte in diesem Fall, am Dienstag aus. Er hätte seinen Kumpel Steffen B. lediglich vor der Disco aufgefunden, nachdem dieser angegriffen und am Finger verletzt worden sei.

Eine ganz andere Version des Tathergangs schilderte hingegegen Mario G., der von beiden Angeklagten am 9. März geschlagen worden sein soll. "Ich wollte gerade mit Freunden von der Disco nach Hause, hatte aber meine Jacke vergessen. Nachdem ich sie geholt hatte, wurde ich von Steffen B. vollgelabert und geschubst", erinnert sich der 22-Jährige, der am Dienstag als Zeuge gehört worden ist. Nachdem er zu Boden gegangen ist, habe Steffen B. drei bis viermal zugetreten. Mario G. habe sich dabei Rippenprellungen zugezogen. Da ihm die Jacke über den Kopf gezogen worden ist und er die Arme schützend vor den Kopf gehalten hatte, konnte das Opfer nicht sicher sagen, ob der Mitangeklagte Marius J. ebenfalls beteiligt war. Mario G., der an diesem Abend seine Freunde nach Hause fahren wollte, war nach eigener Aussage nüchtern gewesen.

Weitere Zeugen stützten die Aussage des Opfers. Zwei hätten den Vorfall bemerkt und gesehen, dass Mario G. am Boden lag. Ein 25-jähriger Bekannter von Mario G. belastete dabei den Angeklagten Steffen B.

Da ihm mindestens ein Schlag und ein Tritt durch die Zeugenaussagen nachgewiesen werden konnten, verurteilte Richter Klaus Hüttermann Steffen B. zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. In den nächsten vier Jahren darf sich der bereits vorbestrafte 26-Jährige nichts zu Schulden kommen lassen. "Ich will Ihnen eine Chance geben", so Hüttermann.

Für den zweiten Angeklagten Marius J. endete der Prozess mit einem Freispruch, da ihm ein Tatbeitrag nicht nachgewiesen werden konnte. Die Staatsanwaltschaft forderte für Steffen B. acht Monate und für Marius J. sechs Monate Haft.