Amerikaner genießen das Radfahren in der Altmark. So auch Lauren Boldon aus Syracuse und Stephanie Darling aus Houston. Die beiden leben und arbeiten vier Wochen im Haus des Künstlers Hans Molzberger in Hilmsen.

Hilmsen. "Der Galerist Gus Kopriva aus Houston, mit dem ich befreundet bin, fördert die beiden Frauen. Über diesen Kontakt sind sie nach Deutschland gekommen", erzählt Hans Molzberger. Der Kunstkenner habe ein Auge für junge Künstler, die gut seien. "Damit hat er bei den beiden recht", fügt er anerkennend hinzu.

Lauren Boldon absolviert derzeit ihr Masterstudium in Syracuse im US-Bundesstaat New York. Sie beschäftigt sich vorrangig mit neuen Medien, erarbeitet Videoinstallationen. recherchiert am Computer, widmet sich aber auch der Textilkunst. In der Altmark hat sie Videos gedreht. Die Ausrüstung lieh sie sich im Offenen Kanal Salzwedel. "Vielen Dank, dass das alles möglich war", sagt die junge Frau, die zum dritten Mal in Deutschland, aber zum ersten Mal in dieser Region ist. "Mir ist die wunderschöne Landschaft aufgefallen. Und ich habe die Möglichkeit genutzt, ausgiebig Fahrrad zu fahren. Das geht in Amerika nicht so", schildert Lauren Boldon. Sie habe viele Inspirationen erhalten, eine andere Perspektive erlebt. "Und ich hatte hier mal Zeit. In den USA ist es schwierig, Zeit zu haben", sagt sie lächelnd. Die Zeit habe sie auch zum Auftanken genutzt, sei alles etwas langsamer angegangen. In der Heimat sei alles viel hektischer.

"Mir schwebt vor, dass wir vielleicht im nächsten Jahr im Kino eine Art Kunstvorführung anbieten, mit Videoarbeiten von Lauren Boldon und anderen. Die Idee stieß beim Filmpalast-Team auf offene Ohren", beschreibt Hans Molzberger. Denn er denkt, dass weitere Künstler in Hilmsen arbeiten werden, die sich diesem Gebiet widmen.

Stephanie Darlings Leidenschaft ist die Malerei. Die Künstlerin arbeitet am Entwurf für ein etwa 30x8 Meter großes Wandgemälde, das die Fassade eines ehemaligen Kinos in Houston künftig schmücken soll. In diesem hat Gus Kopriva eine Galerie eingerichtet. Das Arbeiten fällt der jungen Frau nicht ganz so leicht. Denn sie ist zum allerersten Mal in Europa. "Mir schwirrt der Kopf. Es sind so viele neue Eindrücke. Und es gibt so viel zu entdecken in der kurzen Zeit", erzählt sie.

Aufgefallen seien ihr auch bei unzähligen Radtouren die restaurierten alten Gebäude, aber auch die unterschiedliche Art an Haustüren. Es gebe ganz alte, die liebevoll restauriert worden seien, aber auch moderne. Die Türen werde sie in einem neuen Projekt verarbeiten, kündigt Stephanie Darling an. Sie hat die Eingangsbereiche, die ihr besonders gut gefallen haben, fotografiert und wird dann in Amerika weiter an der Idee arbeiten.

"Aber auch die Landschaft, die Schwalben und das Eis, all das hat mich mächtig beeindruckt. Und auch die Menschen, die sehr freundlich sind", fasst die Künstlerin ihre Eindrücke zusammen. Und sie schwärmt von dem gut organisierten Transportsystem. In den USA gebe es nur wenige öffentliche Verkehrsmittel. Die Deutschen hätten ihr gern geholfen, mit dem Bus und dem Zug klarzukommen. So sei sie sogar nach Hamburg und zurück gelangt, berichtet sie von einem Tagesausflug. In der Altmark sei es sehr sauber, hat Stephanie Darling beobachtet. Und noch eins beeindruckte sie: Hier gebe es Friedhöfe in den Dörfern, die sehr unterschiedlich gestaltet seien. Das kannte sie aus der Heimat nicht.

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