Volksstimme: Herr Strutz, haben Sie als Vorsitzender der Wittenberger Stadtversammlung gar kein schlechtes Gewissen, wenn Sie die Dampflokfreunde hier in Salzwedel sehen?

Wolfgang Strutz: Nein, muss ich auch nicht haben. Alles lief geordnet ab, und wir sehen uns auch nicht als Konkurrenten, sondern als Freunde.

Volksstimme: Wie ist es zu der Idee gekommen, den Verein nach Wittenberge zu holen?

Wolfgang Strutz: Wir kannten die Arbeit des Vereins, wussten aber nicht, dass sie solche Probleme hier haben. Wir haben dann gefragt, ob sie nicht Teil der Wiederbelebung eines der größten Betriebswerke der ehemaligen DDR sein wollen. Den Vorschlag fanden sie gut.

Hubert Mackel (Bauamtsleiter Wittenberge): Wir haben das Gelände als Stadt von der Deutschen Bahn gekauft und ein umfassendes Konzept entwickelt. Inzwischen haben sich auch private Firmen wie die Potsdamer Eisenbahngesellschaft dort angesiedelt.

Volksstimme: Was wird den Dampflokfreunden in Wittenberge geboten?

Wolfgang Strutz: Wittenberge ist eine Stadt der Eisenbahn. Wir haben gerade das 165. Jubiläum der Streckenöffnung nach Berlin gefeiert. Auch der Modelleisenbahnverein aus Perleberg wird kommen, und die Dampfloks können bei uns auf den Gleisen auch wieder fahren. So wie es sein sollte.

Hubert Mackel: Durch unser Konzept war es möglich, insgesamt etwa 2,6 Millionen Euro an Fördergeld der EU und des Landes Brandenburg zu bekommen, das wir in das Gelände investieren. So haben wir dann auf der einen Seite den wirtschaftlich genutzten Abschnitt, und mit den Dampflokfreunden und unserem Lokschuppenverein einen museal-touristischen Bereich. Wir haben dann ab Herbst 2012, wenn alles fertig ist, einiges zu bieten.