Die Deutsche Regionaleisenbahn will die Bahnstrecke zwischen Salzwedel und Arendsee wiederbeleben. Ein entsprechendes Konzept wird vorbereitet. Kritische Stimmen halten das Vorhaben für wenig sinnvoll.

Salzwedel l Auf den Gleisen der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Salzwedel und Arendsee waren in den vergangenen Wochen Arbeiter zu beobachten. Sie entfernten Wildwuchs und untersuchten den Bahnkörper auf Schäden. Der Grund: Anfang November soll ein Zug darüber rollen.

Bei einer Befahrung wollen Vertreter der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE), Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der kreiseigenen Personenverkehrsgesellschaft (PVGS) sowie der Kreisverwaltung die Zustände auf und an der Strecke in Augenschein nehmen, wie Dezernent Erhard Prehm auf Nachfrage erklärte.

Es geht um die Wiederbelebung des Schienenverkehrs zwischen Hanse- und Seestadt, die die DRE anstrebt. Sie hat die Bahngleise der 2004 stillgelegten Strecke von der Deutschen Bahn übertragen bekommen. Gemeinsam mit dem Kreis haben die Verantwortlichen ein Konzept für einen Betrieb der Bahnstrecke erarbeitet (wir berichteten). Vorgesehen ist, dass die DRE die Schienen und der Kreis den Verkehr mit Triebwagen unterhält.

Busfahrer könnten dann zu Lokführern umgeschult werden. Der Kreis als Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs hätte dann Schienen- und Busverkehr in einer Hand, sagte Erhard Prehm. Das Ganze könne aber nur umgesetzt werden, wenn es sich rechne. "Wir können dabei nur Schritt für Schritt vorgehen. Die Strecke muss zunächst wieder befahrbar gemacht werden", betonte er. Und schon das könnte nicht einfach werden. Denn ganz bis Arendsee geht die Probefahrt Anfang November nicht. Grund sind Schäden an den Bahn- gleisen. Grundlage für alle konkreten Schritte seien zudem entsprechende Beschlüsse des Kreistages, dem die Pläne demnächst vorgestellt werden sollen.

Im Wirtschaftsausschuss des Kreistages gab es bereits Stimmen gegen das Vorhaben. Ausschuss-Mitglied Klaus Führ (Die Linke), früher Bürgermeister von Arendsee: "Für mich ist das Utopie."

Begründet hat Klaus Führ seine Meinung unter anderem mit den Bahnhöfen entlang der Strecke, die "kurz und klein gekloppt" worden seien. 2004 habe es Bemühungen darum gegeben, die Verbindung zu erhalten, erinnerte er. Führ mahnte an, dass im Fall einer Reaktivierung der Bahnstrecke auch eine Brücke in Arendsee zunächst erneuert werden müsse. "Wir rennen da einem Phantom hinterher, wir haben es nicht einmal geschafft, die Dampflokfreunde hier zu halten", kritisierte er weiter.

Auch der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Jost Fischer (CDU), zeigte sich von dem Vorhaben wenig begeistert. Der Öffentliche Nahverkehr werde dort benötigt, wo die Menschen wohnen, sagte er. Einige Bahnhöfe lägen aber zwischen zwei Orten. Da müssten die Einwohner erst einen Rufbus organisieren, um den Bahnhopf zu erreichen, hieß es im Ausschuss überspitzt.

Ausschuss-Mitglied Harald Heuer (CDU) fragte, ob denn die Kunden überhaupt gefragt worden seien. Seiner Ansicht nach wolle die DRE "unseren Öffentlichen Personennahverkehr kaputt machen, der hervorragend funktioniert", befürchtete der Dährer.