Jana Kahrens sammelt Erinnerungen an das einstige Lyzeum und künftige Kunsthaus. Aus Geschichten, Fotos und anderen Erinnerungsstücken will sie eine Ausstellung gestalten, die in den Schaufenstern der Innenstadt zu sehen sein soll.

Salzwedel l Hans Beushausen schwelgte gestern in Erinnerungen. Von 1966 bis 1972 war er Leiter des Pionierhauses und schon seit 1950 dort tätig. Er brachte Jana Kahrens viele Erinnerungsstücke aus der Zeit, als das einstige Lyzeum der Freien Deutschen Jugend und später dem Rat des Kreises, Abteilung Volksbildung, gehörte. Damals war es das Haus der Jungen Pioniere. Doch in seiner Geschichte hat das Haus schon viele Nutzungen erfahren. Es war Höhere Mädchenschule, Reservelazarett, Verwaltungsgebäude, Bibliothek, beherbergte die Pestalozzischule, die Volkshochschule, Klassen des Jahngymnasiums und war Schülerfreizeitzentrum. Aus all diesen Zeiten möchte die junge Salzwedelerin, die ihre Bachelorarbeit über das Kunsthaus schreibt und dessen jetzigen Besitzer Dietrich von Gruben bei der Verwirklichung seiner Pläne unterstützt, persönliche Erinnerungen sammeln und daraus eine Ausstellung gestalten.

"Das können Geschichten sein, Gedichte, Fotos, Stundenpläne, Stempel und vieles mehr", erzählte sie. Überall in der Stadt wird es in den kommenden Tagen Flyer geben, die alle, die in dem Haus, gelernt, gearbeitet oder ihre Freizeit verbracht haben, auffordern, sich an der Aktion unter dem Motto "Meine, deine, unsere Erinnerung an die Neuperverstraße 18" zu beteiligen. "Die Ausstellung soll ermöglichen, sich hineinzuversetzen, was das Haus zu etwas Besonderem gemacht hat", sagte Jana Kahrens. Dabei geht es um die ganz persönlichen Erinnerungen, vielleicht an Freundschaften, die erste Liebe, schulischen Erfolg, Schmerzliches und Schönes. Die Ausstellungsstücke sollen ab dem 4. Februar bis 2. März in den Schaufenstern der Innenstadt zu sehen sein und später im Kunsthaus. Hans Beushausen und Willi Siegfried, Lehrer und späterer Leiter der Pestalozzischule, hatten gestern schon einiges mitgebracht - so eine alte Pionierfahne - und viel zu erzählen. Jana Kahrens hofft, dass noch viele dem Beispiel der beiden folgen. Die Kontaktdaten stehen auf den Flyern.