Das Innovations- und Gründerzentrum des Altmarkkreises wird neu ausgerichtet - mit neuen Aufgaben und einem neuen Chef. Erhard Prehm, bislang Dezernent in der Kreisverwaltung, wird ab 2012 neuer Betriebsleiter.

Salzwedel l Aus dem Innovations- und Gründerzentrum Altmarkkreis Salzwedel, kurz IGZ, wird der Eigenbetrieb "Innovations- und Gründerförderung, Gebäudemanagement und Zentrale Leistungen - IGZ - Altmarkkreis Salzwedel". Die Mitglieder des Kreistages stimmten dieser Beschlussvorlage während der letzten Sitzung des Jahres 2011 am Montag mehrheitlich zu. Eine erneute Diskussion dieser Veränderung im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und ländliche Entwicklung, wie sie FDP-Fraktionschef Lutz Franke vor der Abstimmung beantragte, wird es damit nicht geben.

Der Name des modifizierten Eigenbetriebes beinhaltet bereits das Aufgabenspektrum. Nach diesem Beschluss im öffentlichen entschieden die Kreistagsmitglieder im nicht öffentlichen Teil auch über die neue Führungsspitze des IGZ. Erhard Prehm, bisher Leiter des Dezernates II, wird die Leitung des Eigenbetriebes übernehmen. Er löst damit den bisherigen Leiter Matthias Baumann ab, der in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren in Personalunion auch das Haupt- und Kämmereiamt leitete. Baumann wird ab 1. Januar das Dezernat I leiten. Das beschlossen die Mitglieder des Kreistages ebenfalls im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung.

Künftig sollen die Mitarbeiter des IGZ nicht nur ansässige und ansiedlungswillige Unternehmen beraten, sondern auch für die Bewirtschaftung kreiseigener Immobilien zuständig sein, an der Umsetzung des Öffentlichen Personennahverkehrs mitwirken und eine Energieagentur betreiben. Mit letzterer sollen Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Nutzung innovativer Energietechnologien umgesetzt werden.

Der Antrag komme harmlos daher, so Franke, der offen bekannte, seit langem ein Problem mit dem IGZ zu haben. "Nicht mit der Idee, junge Unternehmen zu unterstützen. Diese Idee ist gut", betonte Franke. Sein Pro-blem sei vielmehr der Status quo. "Wer ist drin?", fragte Franke und zählte auf: Ein IT-Unternehmen habe inzwischen sein zehnjähriges Bestehen begangen. Des Weiteren würden unter anderem noch ein Finanz- und ein Personaldienstleister sowie ein Arbeitsvermittler, eine Anwaltskanzlei, ein Strukturvertrieb für Reinigungsmittel, der ego-Pilot und der Kreisbauernverband Räume nutzen. Wenn jetzt die Zweckbindung der Fördermittel, die beim Bau des Gebäudes flossen, ende, hätte er sich eine breitere Diskussion im Wirtschafts- und nicht nur im Betriebsausschuss gewünscht. "Wenn weitere Aufgaben, Personal und Sachkosten an das IGZ gehen, werden wir den Verlustausgleich im Nachtragshaushalt spüren. Er wird höher sein", warnte der Chef der liberalen Fraktion.

"Unterm Strich geben wir nicht mehr aus"

Landrat Michael Ziche

Unterstützung erhielt Franke dabei von Hans-Jörg Krause (Die Linke). Es bestehe Informationsbedarf, was auch daran ersichtlich sei, dass alle Kreistagsmitglieder den Ausführungen Frankes sehr aufmerksam zugehört hatten.

Landrat Michael Ziche (CDU) widersprach Franke. Die gesamte Konzernbilanz müsse betrachtet werden, entgegnete er. Ein finanzieller Zuwachs im IGZ bedeute weniger Aufwendungen für Personal im Haushalt des Kreises. Zudem seien von dreieinhalb Jahren Aufgaben aus dem IGZ in die Kernverwaltung des Kreises verlagert worden. Und was den Betriebsausschuss des IGZ angehe, so sei nur dieser als Ausschuss nach besonderen Rechtsvorschriften für das IGZ zuständig.

Bei der Vermietung der Büroräume habe es immer Absprachen mit der Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt gegeben. Schließlich müsse das Gebäude auch ausgelastet sein, meinte Ziche. Und potenzielle Mieter würde nicht gerade eben Schlange stehen.

Ziche erinnerte an die intensiven Auseinandersetzungen zum Thema Energie in der Region. Dabei nur Bioenergie zu betrachten, sei zu einseitig. Daher solle dort ein Ansprechpartner etabliert werden. "Unterm Strich geben wir nicht mehr aus", betonte Ziche.

Die Stimmen der Linken, der Fraktion Grüne/Freie Liste und aus der FDP reichten für Frankes Antrag nicht aus.

 

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