Besuchsdienst im Altenpflegeheim: Für drei Arendseer Sekundarschüler sind die Spielenachmittage mit den Senioren selbstverständlicher Teil ihres Alltags. Für ihre betagten Partner eine willkommene Abwechslung.

Arendsee l "Ich bin beeindruckt vom Durchhaltevermögen der Schüler", erklärte gestern Nachmittag Karin Matthias, Leiterin des Arendseer Altenpflegeheims des DPWV. Sie lobt ihre ehrenamtlichen jungen Helfer auch für ihr Einfühlungsvermögen und Tatkraft. "Seit Mai kommen Tracy Feldner, Jessica Beyer und Florian Beck jeden Mittwoch zu den Spielenachmittagen der Seniorengruppe", beschrieb sie.

Interesse geweckt am Pflegeberuf

Auch gestern, an ihrem letzten Einsatz in diesem Jahr, trafen die drei Siebtklässler pünktlich nach der Mittagsruhe der Bewohner im Heim ein. "Eher ist es nicht möglich, da wir ja bis 13.30 Uhr Unterricht haben, mittags hier aber Ruhe herrscht", begründete Florian Beck die Zeitwahl.

Dann stehen Spiele mit Großwürfeln und Figuren oder mit Karten sowie "Vertellekes" auf dem Programm. Bei letzterem geht es um ein Frage-und-Antwort-Spiel, bei dem auch das Gedächtnis trainiert wird.

"Wichtig ist, dass unsere Heimbewohner in Kontakt mit der jungen Generation kommen, aktiviert werden, spüren, nicht vergessen und unnütz zu sein", so Karin Matthias. Bewusst sei dabei eine Gruppe mit nur leichten körperlichen Einschränkungen ausgesucht worden, die noch geistig gut mithalten kann und bewusst Freude an der gemeinsamen Beschäftigung hat.

"Ausgeschlossen haben wir von Anfang an schwer pflegebedürftige und schwer demente Menschen", betonte die Leiterin. Denn mit dem Umgang mit diesen Personen fehle es den Dreizehnjährigen logischerweise an Erfahrung und Wissen. "Sie wären dabei überfordert", schätzte sie ein.

Aber trotzdem sei bei den Spielen mit den Schülern immer jemand vom Begleitenden Dienst dabei, um Sicherheit zu gewährleisten, um zu helfen oder um Tipps zu geben. Gestern waren das die Mitarbeiterinnen Evelyn Meier und Ellen Gagelmann.

"Wir freuen uns schon jeden Mittwoch auf den Besuch der Schüler", verriet Irma Hempel. Ihre Mitspielerinnen stimmten ihr zu.

"Meine Schwester hatte hier im Heim ihre Ausbildung und mich interessiert der Pflegeberuf auch", begründete Tracy Feldner ihr Engagement. "Mir macht es Spaß, älteren Menschen Gesellschaft zu leisten." Auch im Museum seien sie und ihre Mitschüler ehrenamtlich aktiv. "Außerdem wird unsere Arbeit auch positiv im Zeugnis vermerkt", fügte Florian Beck hinzu. "Ich will später selbst Altenpflegerin werden - das ist eine gute Vorbereitung", machte Jessica Beyer ihre Beweggründe deutlich.

"Die Schüler können durch ihren Einsatz schon in jungen Jahren das Ehrenamt kennenlernen und erfahren, dass auch sie schon wertvolle Beiträge leisten können", zog Karin Matthias gestern ihr Resümee. Außerdem sei die Tätigkeit auch schon eine Art Berufsorientierung. "Die dann später in Praktika fortgeführt werden kann", fügte sie hinzu. Denn seit über zehn Jahren kommen Neuntklässler zu mehrwöchigen Praktika ins Heim. "Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht." Vielleicht entscheide sich dabei schon der Berufseinstieg. Nachwuchs sei gesucht. Zumal es derzeit einen Engpass bei Pflegefachkräften gebe.