14 Tage noch, dann nimmt der Eigenbetrieb Jobcenter Altmarkkreis Salzwedel seine Arbeit auf. Für Hartz IV-Empfänger ist er dann die zentrale Anlaufstelle für Vermittlung, Leistungen und Kosten der Unterkunft.

Salzwedel l Umzugswagen auf dem Hof, Malervlies auf den Fußböden in den Fluren, Schränke wechseln ihren Standort: "Die letzten 14 Tage werden noch einmal hart. Jetzt beginnt die aktive Phase des Umzuges", so Landrat Michael Ziche. Gestern trafen sich die Mitglieder des Steuerkreises zu ihrer sechsten und letzten Sitzung 2011. Ziche, Marina Kermer, Geschäftsführerin der Stendaler Arbeitsagentur, und Arnold Schulze, Leiter des neuen Eigenbetriebes, sehen die logistischen Vorbereitungen auf einem guten Weg. Dies machten sie gestern während eines anschließenden Pressegespräches klar.

4220 Männer und Frauen waren Ende November im Altmarkkreis Salzwedel arbeitslos gemeldet. Davon sind 3140 Bezieher von Hartz IV-Leistungen. Derzeit gebe es 5083 Bedarfsgemeinschaften, zu denen 9033 Personen gehören, beschrieb Marina Kermer den Kundenkreis des künftigen Eigenbetriebes. Davon wiederum seien 6730 sogenannte erwerbsfähige Leistungsberechtigte. 2303, vor allem Kinder, gelten als nichterwerbsfähige Leistungsberechtigte. Die 200 für den Altmarkkreis vorgesehenen Plätze in der Bürgerarbeit seien besetzt. 125 Männer und Frauen absolvieren derzeit eine Weiterbildung, 508 befänden sich in weiteren Arbeitsgelegenheiten, nannte sie weitere Details.

Den Arbeitgeberservice werde es künftig bei der Agentur und dem Jobcenter geben. Die Ausgestaltung werde noch verhandelt, "aber wir sind auf jeden Fall für die Arbeitgeber da", betonte Marina Kermer.

Aus Sicht der Datentechnik werde man ab dem 23. Dezember arbeitsfähig sein, blickte Landrat Michael Ziche voraus. Aus den vorangegangenen Umzügen innerhalb der Kreisverwaltung habe er jedoch eine Erfahrung gesammelt: "Wir ziehen erst um, wenn die Technik steht", so Ziche. Die IT-Leute seien derzeit nahezu rund um die Uhr im Einsatz.

Das Jobcenter sei mit 148 Mitarbeitern geplant, so dessen Leiter Arnold Schulze. Davon seien derzeit 135 Stellen besetzt. 91 von ihnen kommen von der Agentur für Arbeit, 34 aus der Kreisverwaltung, 10 weitere wurden eingestellt. Der Schwerpunkt liege zunächst in den Leistungsbereichen. Die Stellen der für passive Leistungen wie das Arbeitslosengeld II und die Kosten der Unterkunft zuständigen Mitarbeiter seien ebenso besetzt wie die der Vermittler. Offen seien derzeit noch Positionen in der Verwaltung des Eigenbetriebes. Im Vorfeld seien Mitarbeiter für die Erfassung der Daten befristet eingestellt worden. 14 sind mit dieser Vorbereitung seit Oktober beschäftigt, Anfang Dezember kamen weitere 6 dazu. "Vier von ihnen werden im Jobcenter bleiben, einen werden wir für das Sozialamt in der Kreisverwaltung übernehmen", sagte Michael Ziche.

Die Vorbereitungen seien am Hauptsitz in Klötze am weitesten gediehen, fasst Arnold Schulze den Stand der Dinge zusammen. Dort müssen die Mitarbeiter zunächst Container beziehen. "Die sind schon aufgestellt. Eigentlich fehlen nur noch Stühle." Die Umzüge in Gardelegen und Salzwedel stehen in der nächsten Woche auf dem Programm.

Für den Bereich der Hartz IV-Empfänger sei die Arbeitsagentur noch bis zum 27. Dezember arbeitsfähig. "Tags darauf erfolgt der Schnitt und dann der Umzug", erzählte Marina Kermer. In Gardelegen und Klötze werde es vom 28. bis 30. Dezember für dringende Fälle noch einen Notdienst geben. Am 2. Januar ist der erste Arbeitstag für die Mitarbeiter des neuen Eigenbetriebes, der dann am Mittwoch, 3. Januar, erstmals geöffnet ist.