Nach 19 Jahren als Hausmeister in Henningen ist Hartmut Dreske gestern verabschiedet worden. Die Kinder bedankten sich mit einem Lied, die Lehrer mit einem Präsent.

Henningen l Als "Mädchen für alles" sieht sich der Hausmeister der Henninger Grundschule, Hartmut Dreske, der dort gestern seinen letzten Arbeitstag hatte. Mit den Schulferien und der Jahreswende wechselt er in die Altersteilzeit. Die Kinder und Lehrer verabschiedeten ihn nach 19 Jahren mit einem selbst gedichteten Lied, in dem sie die Bedeutung des Hausmeisters für die Schule würdigten.

Von Beruf ist der 61-Jährige Elektriker, arbeitete viele Jahre in der Erdgasverarbeitung und in Uelzen, bis 1993 die Hausmeisterstelle in Henningen frei wurde. Die Arbeit direkt vor der Haustür, das war für Hartmut Dreske ideal. Er bewarb sich mit Erfolg. "So konnte ich immer mit dem Rad zur Arbeit fahren", sagte er. Dass er so lange in Henningen bleiben würde, habe er damals nicht erwartet.

Die Arbeit empfindet er als vielseitig. Nicht nur, dass er Haus und Hof in Ordnung hält, so manches Schülerproblem löste Hartmut Dreske in seiner 19-jährigen Hausmeisterlaufbahn ebenfalls. "Dann hatten sie wieder Bälle aufs Dach geschossen oder haben ihre Jacke nicht zu bekommen", erinnerte sich Hartmut Dreske an den Alltag des Hausmeisters. Und natürlich hat er als Hausmeister auch viele Dinge repariert. Anlass genug für Schüler und Lehrer, ihm zu danken und ihm alles Gute für den Ruhestand zu wünschen. Ein bisschen merkwürdig schien ihm die Vorstellung gestern aber auch. Hartmut Dreskes Frau ist nämlich noch berufstätig. Aber der Hausmeister a.D. ist sich sicher, dass er keine Langeweile haben wird. Haus und Hof sind groß, "da gibt es immer etwas zu tun", sagte er. Tiere wie Hühner, Enten und einen Hund hat er auch. Und den Grundschülern, von denen sich einige gestern noch einmal persönlich von Hartmut Dreske verabschiedeten, versprach er, die Kinder auch im Ruhestand ab und an zu besuchen: "Ich bin ja nicht aus der Welt."

Während sich Hartmut Dreske an den Gedanken des Ruhestandes und des Zuhause-Seins gewöhnt, steht ein anderer bereits in den Startlöchern, der seit April auf Arbeitssuche war. Hartmut Dreskes Nachfolger heißt Klaus-Dieter Guba (siehe Interview). Der 57-Jährige kommt aus Cheine. Was Hartmut Dreske ihm mit auf den Weg gibt? "Dass er seine Arbeit gut macht und immer die Nerven behält", antwortete Hartmut Dreske. An Außergewöhnliches oder Kurioses kann sich Hartmut Dreske nicht erinnern. Nur vergangene Woche, da hat wohl jemand geahnt, dass Hartmut Dreske in den Ruhestand wechselt. Da wurde ihm seine Werkbank gestohlen. In 19 Jahren habe er das noch nicht erlebt.