Über das Thema Ängste und ihre Überwindung machten sich die Mitglieder der Theatergruppe der Beetzendorfer Sekundarschule ihre Gedanken. Ihr neuestes Stück mit dem Titel "Die Erkenntnis" feierte am Dienstag in der Aula Premiere.

Beetzendorf l "Wenn Träume groß werden, besiegen sie die Angst", diese Botschaft überbrachten die Mitglieder der Theatergruppe der Beetzendorfer Sekundarschule am Dienstag ihrem Publikum bei der Premiere des neuen Stücks "Die Erkenntnis". Seit September hatten die neun Schüler gemeinsam mit Theaterpädagogin Nicoletta Geiersbach an der Aufführung gefeilt und dabei ihre eigenen Ängste zum Thema gemacht. Die sind sehr vielfältig, wie sich schon zu Beginn des Stücks zeigte. Schlechte Träume, Mobbing, Spinnen, Terror, Verlust - all das bereitet den Jugendlichen Angst.

"Die Schüler haben das Stück von Anfang bis zum Ende selbst erarbeitet. Es war ein gemeinsamer Lernprozess für alle, bei dem das Wir-Gefühl im Mittelpunkt stand", erläuterte Nicoletta Geiersbach. Ziel der Inszenierung sei es, andere Menschen anzuregen, über ihre eigenen Ängste nachzudenken und eigenes Verhalten zu reflektieren. Unterstützt durch Regina Gose, die die Theatergruppe leitet, machten sich die Jugendlichen zunächst Gedanken über die verschiedenen Ängste, wie diese verborgen werden und was hilft, sie zu überwinden. "Der Anfang bestand aus freier Improvisation, es gab keine Vorgaben", berichtete Nicoletta Geiersbach. Anschließend seien die Texte und Bilder entstanden, in die eigene Erfahrungen und Erlebnisse einflossen.

Für die Inszenierung des Stücks wurde nicht nur die Bühne genutzt, sondern die gesamte Aula. So tauchten immer wieder Darsteller mitten im Publikum auf oder zogen quer durch den großen Raum. Der schwarze Vogel, der die Akteure als Symbol wie ein Albtraum verfolgte, wurde schließlich im großen Finale gemeinsam besiegt. "Strebe danach, glücklich zu sein", lautete der Appell der Schüler an ihr Publikum, das die Aufführung mit großem Beifall quittierte.

Nicoletta Geiersbach dankte den jungen Akteuren für ihren Mut, sich vor Publikum zu präsentieren. "Die Arbeit mit euch hat mir sehr viel Freude gemacht", lobte die Poppauerin. Zugleich sprach sie den Eltern und Großeltern ihren Dank aus, die die Jugendlichen mehrere Monate zu den Proben gefahren und wieder abgeholt hatten - auch an Wochenenden.

Die Inszenierung des Theaterstücks zusammen mit einer erfahrenen Fachfrau war nur möglich, weil das Projekt eine Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" erhalten hat.

Auch der Jübarer Hans-Heinrich Jordan unterstützt die Sekundarschule und speziell die dortige Theatergruppe seit einigen Jahren als Schirmherr. Er äußerte im Anschluss an die Premiere seinen großen Respekt, dass sich die Schüler an so ein schweres Thema herangewagt haben.

"Es ist wichtig zu zeigen, dass man Ängste überwinden kann und dass es sich lohnt, gegen die eigene Angst anzukämpfen", meinte er.

Am Rande der Aufführung wurde bekannt, dass die Beetzendorfer Sekundarschule für ein weiteres Jahr ihren Ehrentitel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verteidigen konnte. Erstmals wurde ihr dieser 2008 feierlich verliehen.

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