Mit selbstgebackenen Haferplätzchen zum Weihnachtsfest beschenkte Arendsees Hobbymüller Klaus Lühe gestern die "Mühlen"-Kinder in der Bockwindmühle. Dann zeigte er ihnen mit Picke und Hammer, wie der Mahlstein geschärft wird.

Arendsee l Einen Tag vor Heiligabend hatte Arendsees Hobbymüller Klaus Lühe gestern überraschend Besuch von den Mädchen und Jungen aus der benachbarten Kindertagesstätte Zur Mühle. Er empfing seine jungen Gäste in seiner zweigängigen Bockwindmühle, die in diesem Jahr 280 Jahre alt wurde. "1731 wurde sie erbaut und später bis 1953 noch von meinem Großvater betrieben", erzählte Klaus Lühe.

Dann stieg er mit der Gruppe und Erzieherin Barbara Duchrow die steilen Stiegen zur Mühle hinauf. In der oberen Etage des historischen Bauwerks ließ er die Kinder zur Belohnung selbstgebackene Haferplätzchen kosten. Die schenkte er ihnen als Weihnachtsgabe, ebenso Gummibärchen, und wünschte allen ein frohes Fest. "Aber der Müllergruß hieß schon immer Glück zu", erzählte er.

Ob der Müller früher auch zu Weihnachten Mehl mahlte, wisse er nicht genau. "Eher nicht, aber da es nur 183 Windtage im Jahr gab, musste der Müller oft Tag und Nacht arbeiten", betonte er. Und so sei sein Opa manchmal 12 bis 13 Stunden am Mahlen gewesen.

Dann führte Klaus Lühe den Kindern vor, wie ein Mahlstein geschärft wurde. "Das war vier Mal im Jahr notwendig", sagte er. "Dazu musste der Läuferstein gedreht werden, damit die Seite mit dem sogenannten Gesicht, also die Seite mit den Rillen, zu sehen war", beschrieb er den Vorgang. Dabei nahm der Müller ein dickes Tau zu Hilfe und drehte zugleich die Flügel. "Zum Schärfen selbst nahm er die Picke, an deren Ende er einen Kranz- oder einen Glatthammer befestigte."

Flohmarkt zum 280-jährigen Bestehen

Die Kinder staunten sehr über die Neuigkeiten. Viele von ihnen waren zum ersten Mal in der Mühle. Deren Jubiläum war im Juni am Deutschen Mühlentag gefeiert worden. Dazu hatten Klaus Lühe und seine Frau Ingrid hunderte von Gästen aus nah und fern empfangen. Bei Führungen präsentierte der Hobbymüller das Holzbauwerk und berichtete nicht nur von den technischen Details, sondern erzählte auch zahlreiche Anekdoten.

Stärkung gab es bei Kaffee und Kuchen, serviert von vielen Helfern. "Und großer Andrang herrschte beim ersten Flohmarkt rund um die Mühle", erinnerte Lühe. Wegen der Riesenresonanz solle auch beim nächsten Mal am zweiten Pfingstfeiertag ein Markt stattfinden.

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