Salzwedel (ue) l Der Altmarkkreis verfügt mit den beiden Häusern des Altmark-Klinikums in Salzwedel und Gardelegen über medizinisch und wirtschaftlich gute Einrichtungen, schätzte Landrat Michael Ziche während seiner Jahrespressekonferenz ein. Nach dem Beschluss des Kreistages werde der Altmarkkreis den Betreibervertrag mit der Paul Gerhard Diakonie fortsetzen. Diese Vertragsbeziehung bestehe bereits mehr als zehn Jahre, in Salzwedel mit dem Vorgänger, dem Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser, sogar noch länger. Nach dem Kreistagsbeschluss seien umgehend die Mitarbeiter des Klinikums informiert worden, berichtete Ziche über den weiteren Gang der Dinge.

Der Landrat verwies auf positive Entwicklungen der zurückliegenden Monate. So seien im Gardelegener Krankenhaus die chirurgischen Leistungen um 27 Prozent angestiegen. Auch in der Gardelegener Pädiatrie, die im vorhergehenden Jahr seitens der Landes-Krankenhausplanung noch in Frage gestellt wurde, seien die Fallzahlen bis zur Jahresmitte 2011 angestiegen, was auf entsprechende Patientenakquise zurückzuführen sei. Gegen die Zusammenlegung von Kinderheilkunde mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe seien allerdings aus hygienischen Gründen Bedenken angemeldet worden. Immerhin habe das Gardelegener Krankenhaus mit den Kliniken in Haldensleben, Stendal und Wolfsburg große Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft. Salzwedel habe aufgrund seiner Lage geringere Probleme.

Mehr Engagement im Wendland denkbar

In Salzwedel kommen inzwischen etwa 19 Prozent der Patienten aus dem benachbarten Wendland. Da Patienten auch Besuch von ihren dort lebenden Angehörigen empfangen, könne er sich durchaus über die bestehende Rufbuslinie nach Lüchow hinaus weitere Kooperationen im Öffentlichen Nahverkehr vorstellen, so Ziche. Doch nicht nur das. Der Landrat wollte auch die Möglichkeit eines breiteren Engagements über ambulante Einrichtungen nicht ausschließen. In Gardelegen werde das bereits sehr erfolgreich praktiziert, für Salzwedel müsse man diese Möglichkeit prüfen und auch darüber hinausschauen. "Wichtig ist, dass es keine Denkverbote für den Aufsichtsrat gibt", so Ziche mit Hinweis auf die Auseinandersetzungen um den Klinikverkauf im Salzlandkreis. Das sei ein Beispiel für zu spätes Handeln.

Wenn in diesem Zusammenhang wirtschaftliches Engagement des Kreises auf Kritik stoße, so werde man nur dort einsteigen, wo der Markt versage, fügte Ziche.